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Aus der Serie: 0,5 Prozent

Paulina Hildesheim

Berlin, 22 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2018
Allgemeiner Wettbewerb | Altersgruppe D (21-25 Jahre)



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Interview

Wie bist du auf die Idee zu deiner Serie gekommen?
Generell faszinieren mich Themen, die in der breiten Öffentlichkeit kaum Beachtung finden. Die Idee, eine Serie über Rassegeflügelzucht zu fotografieren, kam eigentlich eher durch Zufall, da ich auf eine Veranstaltung in Brandenburg gestoßen bin, bei der die Züchter ihre Tiere präsentieren und diese dann ausgezeichnet und prämiert werden. Ich habe daraufhin recherchiert und viele weitere dieser Schauen entdeckt. Schließlich bin ich zu einigen der Schauen hingefahren und habe dort Einblick in diese skurrile Welt erhalten.

Was war dir wichtig, worum ging es dir dabei? Was möchtest du mit deiner Serie vermitteln?
Im Fokus stand auf jeden Fall die Atmosphäre auf den Schauen wiederzugeben. Wenn man die Hallen, in denen die Tiere präsentiert werden, betritt, wird man erstmal von der Geräuschkulisse übermannt. Da wird gekräht und gegackert, was das Zeug hält. Und dann gibt es einfach sehr viel gleichzeitig zu entdecken. Auf einer der Schauen waren zum Beispiel mehr als 12.000 Tiere ausgestellt. Neben Hühnern auch Gänse, Tauben, Puten, Wachteln und Enten. Diese werden dann von einer Fachjury bewertet. Die Jury-Mitglieder laufen durch die Reihen und prüfen, ob die Hühner den gängigen Standards und Zuchtzielen für ihre Rasse entsprechen. Dafür gibt es spezielle Nachschlagewerke, doch die meisten Juroren sind selbst erfahrene Züchter und wissen bestens über die Anforderungen Bescheid. Besonders herausstechende Hühner werden auch für Fachzeitschriften fotografiert. Doch neben der Stimmung war es mir auch wichtig aufzuzeigen, wie viele verschiedene Hühnerrassen es eigentlich gibt. Besonders in Zeiten der fast ausschließlichen Nutzung von hochgezüchteten Hybridhühnern in der Lebensmittelproduktion ist wenigen Menschen bewusst, welche enorme Vielfalt es eigentlich an Hühnerrassen gibt. Viele Menschen haben ein sehr konkretes Bild vor Augen, wenn sie an Hühner denken, natürlich geprägt durch Werbung und Medien. Dieses Klischee wollte ich aufbrechen.

Was fasziniert dich an der Thematik?
Es ist einfach eine eigene, kleine Welt, eine eingeschworene Gemeinschaft, in der man sich untereinander kennt und weiß, was für Hühner der andere züchtet. Trotzdem gibt es natürlich auch Konkurrenz zwischen den Züchtern. Da fällt nach den Bewertungen schon einmal ein Kommentar wie „Die Punktzahl hat der aber nicht verdient." Nichtsdestotrotz ist es vor allem einfach nicht gerade alltäglich, in eine Halle zu kommen, in der zehntausend Vögel in Käfigen stehen und aufgeregt vor sich hingackern.

Wie hast du Zugang zu dem Metier bekommen?
Über die Veranstalter. Das waren jeweils die ansässigen Zuchtvereine. Dort habe ich mit den Vorsitzenden gesprochen und ihnen meine Faszination für das Thema geschildert. Daraufhin war ich beim Fotografieren eigentlich immer völlig frei. Mir wurde sehr viel Vertrauen entgegengebracht. Und die Züchter haben sich sehr über das von außen entgegengebrachte Interesse an ihrem Hobby gefreut. Denn bei den meisten Schauen ist außer der Fachpresse kein berichterstattendes Medium vor Ort.

Was fotografierst du am meisten? Welche Motive, bei welchen Gelegenheiten?
Um es ganz grob in Worte zu fassen: Menschen, Orte und ihre Geschichten. Dabei sind die Sujets sehr unterschiedlich, aber oft auf irgendeine Art skurril. Meistens gehe ich eher geplant an Themen heran. Oft recherchiere ich lange, bevor ich überhaupt das erste Bild mache. Auch ist es mir wichtig, dass die Menschen, die ich fotografiere, mir vertrauen und wissen, worum es mir bei dem Projekt geht. Außerdem beobachte ich viel. Leider ist es schwierig, möglichst unauffällig zu agieren, wenn man einen großen Blitz dabeihat, aber ich versuche es trotzdem. Denn gerade mit so einem harten, frontalen Blitz lassen sich bestimme Elemente einer Situation fotografisch besser herausheben und verdeutlichen. Dies kommt mir sehr entgegen, um diejenige Aussage zu treffen, die ich tatsächlich treffen möchte.

Wie bist du auf den Deutschen Jugendfotopreis aufmerksam geworden?
Ich mache eine Ausbildung zur Fotodesignerin am Lette-Verein in Berlin. Dort haben unsere Dozenten Infos zum Deutschen Jugendfotopreis herumgeschickt. Daraufhin habe ich mich beworben.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
Eine sehr große. Meine Projekte ermöglichen es mir immer wieder, für einen abgesteckten Zeitraum in verschiedenste Bereiche der Gesellschaft einzutauchen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, obwohl ich selbst nicht wirklich Teil davon bin. Das ist eine unglaubliche Bereicherung. So lernt man sehr viel über die eigene Umwelt.

Wo und wem zeigst du deine Bilder? Stellst du deine Fotos aus?
Im Rahmen meiner Ausbildung zeige ich meine Bilder natürlich vor allem meinen MitschülerInnen und DozentInnen. Neben internen Präsentationen der Arbeiten gibt es dann auch öffentliche Ausstellungen, in denen wir als Klasse unsere Projekte zeigen. Im Juni 2019 wird es auch wieder eine große Abschlussausstellung in Berlin geben.

(Wo) findet man deine Bilder im Internet?
www.paulinahildesheim.de

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
Ein Fotograf, dessen Arbeit mich sehr stark inspiriert, ist Martin Parr. Daneben gibt es natürlich noch viele weitere.

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