Franziska König -
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Serie: Selbstporträts in Isolation

Franziska König

Hildesheim, 22 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2022
Experimente

 

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Interview

Wie bist du auf die Idee zu deiner Serie gekommen?
- Ich wusste, dass ich Selbstporträts zum Thema Isolation aufnehmen möchte und konnte mir die Stimmung der Fotos gut ausmalen. Eine präzise Vorstellung hatte ich nur von einem der Einzelbilder. Das habe ich genau geplant und dementsprechend inszeniert. Die Serie ist intuitiver entstanden.

Was war dir wichtig, was möchtest du mit deinen Bildern vermitteln?
- Ich selbst verbinde mit ihnen ein Gefühl von Verletzlichkeit und Vergänglichkeit.

Wie ist die Serie entstanden?
- Ich habe eine Polaroid SX70 mit einem externen Selbstauslöser verwendet. Die Ergebnisse habe ich anschließend mit einem Flachbettscanner digitalisiert.

Bei Polaroid, und dazu noch abgelaufenen Filmen, hat man nicht viele Versuche...
- Die Bilder der Serie kommen aus einem Film mit acht Einzelfotos, also war in dem Fall die Trefferquote recht hoch. Das lag aber vor allem daran, dass ich im Voraus bereits viele Filme getestet habe. Die wenigen Versuche pro Film sehe ich aber gar nicht so sehr als Beschränkung.

Woher kamen die Filme?
- Ich habe in der Uni nach altem Filmmaterial gefragt und durfte dort vieles mitnehmen und ausprobieren. Der Film der Serie war seit 2010 abgelaufen.

Was fasziniert dich an der Serie?
- Das abgelaufene Filmmaterial hat das Gefühl des Alleinseins gut gespiegelt, weil Zeitlichkeit dabei eine Rolle spielt, aber der Prozess auch nicht ganz vorhersehbar ist. Mich faszinieren die Stellen, an denen sich die Chemie nicht verteilt oder sich aufschichtet, weil sie das Motiv verändern und ins Bild eingreifen. Die Bilder sind kurz nach dem zweiten Lockdown entstanden, also nach der tatsächlich erlebten Isolation.

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?
- Der Wunsch zu fotografieren war eigentlich schon immer da. Meine erste analoge Kamera habe ich mir mit 16 gekauft, seitdem fotografiere ich noch intensiver.

Was fotografierst du am meisten?
- Ich fotografiere gern andere Menschen, um mich in sie einzufühlen. Manchmal nutze ich Fotografie auch zur Dokumentation. Derzeit liegt mein Fokus aber auf autobiografischen Themen und Selbstporträts, weil ich dabei mehr Kontrolle über das Ergebnis habe. Abseits davon fotografiere ich manchmal bei Veranstaltungen.

Wie hat sich die Corona-Zeit auf deine Art zu fotografieren ausgewirkt?
- Mit Beginn des ersten Lockdowns habe ich deutlich mehr fotografiert. Ich hatte plötzlich viel Zeit, um Projekte zu realisieren, weil mein Leben wie auf Pause gestellt war. Das habe ich als eine Zäsur empfunden, die sich auf meine künstlerischen Arbeiten ausgewirkt hat. Insgesamt war diese Zeit für mich sehr produktiv.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
- Vor der Entstehung der Serie habe ich mir die Polaroids von Sibylle Bergemann angesehen, die sehr achtsam und poetisch wirken. Inspiration finde ich auch im Werk von Francesca Woodman.

Wie informierst du dich über aktuelle Fotografie?
- Mit Freund*innen besuche ich gern Ausstellungen und ich lese viel im Internet. Häufig nutze ich auch Plattformen wie Instagram.

Wo und wem zeigst du deine Bilder?
- Bisher habe ich meine Fotos nur in meinem privaten Umfeld oder in Fotoseminaren an der Uni und bei Werkschauen gezeigt.

Woran arbeitest du gerade?
- An einem Projekt, bei dem ich eigene Gedichte und Prosaminiaturen mit Fotos kombiniere. Der Arbeitstitel ist „Sprachkörper“, weil eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper darin sehr präsent ist.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
- Fotografie ist für mich ein Mittel, um Gefühle auszudrücken und Geschichten zu erzählen. Weil ich in meinem Studium hauptsächlich literarisch schreibe, hilft sie mir, Dinge auch visuell darzustellen. Mir gefällt aber auch der technische Aspekt.

 

 

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