Lasse Frech -
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Aus dem Fotobuch: Tschernobyl

Lasse Frech

Weddelbrook, 20 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2020
Freie Themenwahl | Altersgruppe C (16-20 Jahre)

Auszeichnung 300 € 

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Interview

Wie bist du auf die Idee zu deinem Fotobuch gekommen?
- Als ich erfahren habe, dass man die Sperrzone um Tschernobyl besichtigen kann, war mein Interesse sofort geweckt. Mein Umfeld reagierte leicht geschockt und verwirrt. Da kann man hin? Ist Tschernobyl nicht immer noch so verstrahlt? Wahrscheinlich waren es diese Reaktionen, die mir den letzten Schub gegeben haben. Es war kontrovers und somit fand ich es umso interessanter.

Wie hast du deine Reise nach Tschernobyl erlebt? War der Ort so, wie du ihn dir vorgestellt hast?
- Kurz vor der Reise habe ich mir die geniale HBO-Serie „Chernobyl“ angeguckt. Da darin alles ziemlich detailgetreu gemacht wurde, hatte ich eine gute Vorstellung davon, was mich erwarten würde. Obwohl nicht in der Sperrzone gefilmt wurde. Während meiner Reise hatte ich zunächst einen kleinen Kulturschock, denn die erste Station, die Stadt Kiew, war in vielen Aspekten ganz neu für mich. Meine Touristengruppe bestand fast hauptsächlich aus Ukrainern, was ebenfalls sehr interessant war.

Wie frei konntest du dich in der Sperrzone bewegen?
- Es gab eine fest geplante Route, da ich mit einer Touristengruppe unterwegs war. Gebäude zu betreten war offiziell untersagt, dennoch war der Tour-Guide bereit, einige Gebäude mit uns zu besichtigen.

Wie ist die Serie entstanden? Welche Technik(en) hast du benutzt?
- Für die Serie habe ich eine Pentax 67 und den Film Ilford HP5 verwendet. Weil man in der Speerzone keine Sachen auf den Boden legen durfte, da sie drohten, dann radioaktiv verstrahlt zu sein, war es schon ein bisschen anstrengend, die schwere Kamera durch die Speerzone zu schleppen. Den Film habe ich entwickeln lassen und selber zuhause gescannt.

Was fasziniert dich an der Serie?
- Diese Bilder transportieren die Gefühle, von denen ich damals überwältigt war. Es war surreal, wie ein Film oder ein Spiel. Ich lief mit acht weiteren Leuten durch eine komplett leere Stadt, in der mal über 40.000 Menschen gelebt haben. Diese haben einfach alles stehen und liegen gelassen. Es war unfassbar für mich, wie vergänglich unsere Zivilisationen sein können. Mein Lieblingsbild ist das von dem Fußballtor. Es zeigt am besten, wie die Natur die Überreste der Zivilisation langsam “auffrisst”.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
- Während meines Auslandsjahres 2017 habe ich angefangen, in Utah mit meinem Handy in den Gebirgen und beim Great Salt Lake Landschaftsbilder zu machen. Als ich wieder zuhause angekommen war, hatte mein Bruder gerade eine Canon EOS 750D bekommen, dadurch konnte ich mich richtig an der Fotografie probieren. Damals fuhr ich ständig mit meinen Freunden nächtelang durch Hamburg, um an verschiedenen Orten Porträts von ihnen zu schießen.

Was fotografierst du am meisten?
- Meine Fotografien entstehen nie spontan im Alltag. Neben Porträts fotografiere ich hauptsächlich Landschaftsbilder, die aber auch gerne urban sein dürfen. Bei solchen Fotos fasziniert mich oft, wie Gebäude mit dem Umfeld harmonieren oder sich abstoßen. Oft gehören zu diesen Motiven auch verlassene Gebäude. Der Kampf gegen die Natur und der langsame Zerfall des Gebäudes, aber auch das Ungewisse und die Geschichte zu erleben und quasi selber zu erfinden.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
- Viele Fotografen inspirieren mich mit ihrer Arbeit, Fotografen wie Gregory Crewdson, Alec Soth oder Michael Novotny. Für diese Serie waren besonders Arktikugol von Léo Delafontaine, Good Goddamn von Bryan Schutmaat und Present; Tense von Vincent Glielmi Fotoserien, die mich inspiriert haben.

Wo und wem zeigst du deine Bilder?
- Ein paar Fotos teile ich auf Instagram, aber die meisten Fotos werden oft nur von mir und ein paar Personen gesehen. In der Öffentlichkeit wurden meine Bilder bislang nicht ausgestellt.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
- Die Fotografie ist mein kreatives Outlet geworden und hat meine Sicht für Ästhetik stark verändert. Durch die Fotografie betrachte ich nun viel neutraler, was ästhetisch für mich ist und was nicht. Ich versuche, mich nicht mehr von gesellschaftlichen Vorurteilen und Neigungen für Ästhetik leiten zu lassen. Ein Bild, was stark dazu beigetragen hat, ist das Porträt von Charles aus dem Buch „Sleeping by the Mississippi“ von Alec Soth, was bis heute mein Lieblingsporträt ist.

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