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Aus dem Fotobuch: absence

Rosa Lisa Rosenberg

Dortmund, 25 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2018
Imaging und Experimente

Auszeichnung 300 € und Publikumspreis (WhiteWall-Sachpreis im Wert von 500 €)

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Interview

Wie bist du auf die Idee zu deinem Fotobuch gekommen?
Das Thema Tod beschäftigt mich eigentlich schon seit meiner Kindheit. An meinem zehnten Geburtstag ist mein Opa verstorben. Das hat mich als Kind sehr getroffen und auch viele Jahre danach noch beschäftigt, weil diese mir sehr wichtige, vertraute und liebe Person auf einmal fehlte und ich mir dies nicht wirklich erklären konnte. Ich habe mich deshalb auch viel mit meiner eigenen Sterblichkeit, zunächst nur gedanklich, auseinandergesetzt. Vor allem beschäftigte mich die Frage danach, was mit unserem Bewusstsein passiert, wenn wir sterben und was überhaupt von uns bleibt. Der konkrete Auslöser für mein Buch „absence“ war dann ein Flohmarktfund von alten Fotos, Negativen, Filmaufnahmen und weiteren persönlichen Dingen. Ich war erstaunt, dass diese persönlichen Sachen für niemanden mehr einen Wert zu haben schienen. Dieser Fund brachte die älteren Gedanken wieder zurück in mein Gedächtnis, und auch vor allem als Fotografin fing ich auch an über meinen eigenen Nachlass zu grübeln.

Was möchtest du mit dem Buch vermitteln?
Ich glaube, dass das Thema Tod generell wenig thematisiert wird und genau dies wollte ich mit meinem Buch bezwecken. Jedoch ist das Buch in erster Linie für mich eine Möglichkeit meine Gedanken zu diesem Thema auszudrücken und vielleicht sogar Erlebnisse zu verarbeiten. Außerdem will ich durch mein Buch den Betrachter*innen ermöglichen, ihre eigenen Assoziationen zur Thematik zu schaffen.

Wie ist das Fotobuch entstanden? Welche Technik(en) hast du verwendet?
Ich habe das erste Mal mit found footage gearbeitet. Von diesen Bildern habe ich dann aber Ausschnitte genommen und dieses Material dann mit meinen eigenen Fotografien kombiniert, um mich selbst wieder in den Kontext der Thematik zu setzen. Außerdem habe ich erstmalig ein Fotobuch vom ersten bis zum letzten Schritt hergestellt. Ich habe mich für dieses Medium entschieden, da es eine gewisse Beständigkeit hat und überdauert, was in Bezug zum Thema Tod für mich eine bestimmte Bedeutung hat.

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Meine Mutter hat unsere Familie schon immer fotografiert und mein Vater hat immer gemalt. Daran erinnere ich mich immer, wenn ich an meine Kindheit denke. In den Wohnungen meiner gesamten Familie hängen Bilder von der Landschaftsmalerei meines Vaters. Wegen diesen beiden frühen Einflüssen waren Fotografie bzw. Kunst wohl schon immer präsent in meinem Leben, und meine Eltern haben mich dahingehend beeinflusst. Meine Schwester und ich haben dann unsere ersten analogen Kameras von meinen Eltern zu Weihnachten geschenkt bekommen, damals waren wir ungefähr im Grundschulalter. Mit unseren Kameras haben meine Schwester, meine Freund*innen und ich uns gegenseitig fotografiert, und ich habe damals auch meine Umwelt und viele Erlebnisse meiner Kindheit dokumentiert. Diese Fotos besitze ich zum Glück auch noch heute. Danach habe ich mir dann irgendwann eine digitale Kamera gekauft. Später kam die erste digitale Spiegelreflex und relativ schnell der Wunsch, Fotografie zu studieren.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
Zu Beginn habe ich die Fotografie benutzt, um meine Umwelt und das, was ich sehe, mir besonders vorkommt und ich wahrnehme, zu dokumentieren. Jedoch habe ich auch schon früher inszeniert, beispielsweise als ich in meiner Kindheit als ich meine Freud*innen und Schwester fotografiert habe. Jetzt würde ich sagen, dass ich die Fotografie als Vermittler nutze, um mich mitzuteilen – den Dingen die mich beschäftigen und bewegen, Ausdruck zu verleihen.

Wo und wem zeigst du deine Fotos? Stellst du deine Bilder aus?
Momentan zeige ich meine Fotos hauptsächlich meinen Kommiliton*innen, Freund*innen sowie meinen Professor*innen. Ich habe immer sehr gerne bei Gruppenprojekten oder -ausstellungen meiner Universität mitgemacht. Da ich grade meinen Abschluss mache, werde ich danach eventuell meine Arbeiten mehr selber ausstellen.

(Wo) findet man deine Bilder im Internet?
Auf meiner Homepage: www.roslisarosenberg.de und auch auf Instagram kann man mir folgen: @rosalisarosenberg

Wie bist du auf den Deutschen Jugendfotopreis aufmerksam geworden?
Durch Kommiliton*innen von mir, die bereits daran teilgenommen hatten, aber auch über ehemalige Preisträger*innen, die mir bei der ein oder anderen Recherche aufgefallen sind.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
Es gibt viele Künstler*innen, deren Werke mich inspirieren und beeindrucken. Ob ich jemanden wirklich als mein Vorbild sehe, weiß ich nicht. Ich kann jedoch sagen, dass mich vor allem die Arbeiten von Astrid Klein, Anna Oppermann, Lieko Shiga und Elspeth Diederix in meiner eigenen fotografischen Arbeit sehr inspirieren.

Was fotografierst du am meisten? Welche Motive, bei welchen Gelegenheiten?
Das ist nicht so klar zu beantworten. Ich habe über Jahre mein Umfeld sehr intensiv fotografiert. Das entstandene Material liegt jedoch bei mir im Schrank und ich habe es noch nie für ein Projekt oder Ähnliches verwendet. Meistens starten meine Projekte mit einem auslösenden Moment, der mich auf einen Gedanken bringt bzw. durch den ich mich mit etwas beschäftige, weil es mich beispielsweise bewegt. Daraufhin entwickele ich eine Idee und suche mir Orte und Gelegenheiten, die mich in Bezug zu diesem Thema interessieren.

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