Jule Wild -
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Serie: day to day

Jule Wild

Leipzig, 25 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2022
Jahresthema: Wir – Was uns verbindet

 

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Interview

Das Jahresthema lautete „Wir – Was uns verbindet“. Hattest du hierzu spontan eine Idee?
- Bei dem Thema bin ich gedanklich direkt bei Freundschaft gelandet, deswegen schien es naheliegend, Bilder aus meinem Alltag zu nehmen von den Menschen, zu denen ich mich verbunden fühle und von denen ich meistens rede, wenn ich 'wir' sage.

Wie ist die Geschichte hinter den Bildern?
- Es sind Bilder aus dem täglichen Leben, kleine Momente, die mir so schön und wichtig erschienen, dass ich sie festhalten wollte. Sie sind der Versuch, Erinnerungen zu manifestieren.

Über welchen Zeitraum hast du die Bilder aufgenommen?
- Ich glaube, die Bilder sind alle in den letzten zwei bis drei Jahren entstanden.

Warum hast du genau diese Bilder ausgesucht?
- Die Bilder haben eine große persönliche Bedeutung für mich. Ich bin mir gleichzeitig nie sicher, ob sie auch für andere interessant sein könnten. Ich glaube, egal, wie viele Projekte ich in meinem Leben noch machen werde, die "banalen" Alltagsbilder von meinen Freunden und meiner Familie werden mir immer am wichtigsten bleiben.

Wie ist die Serie entstanden?
- Die Bilder sind analog entstanden, mit einer mittlerweile fast auseinanderfallendenden kleinen Minolta auf Kodak Gold 200.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
- Meine erste Kamera habe ich mit fünf bekommen (eine Käpt'n Blaubär Point-and-Shoot, immer noch die coolste Kamera, die ich je besessen habe). Mit 15 sah ich dann eine Doku über die Fotografin Jessica Backhaus und ihre Suche nach kleinen Wundern. Ich begann, mich daraufhin mehr für Fotografie zu interessieren und hierdurch auch die Welt um mich herum anders wahrzunehmen. Ich fotografiere nur noch selten Stillleben, aber die Faszination für kleine Wunder und die Obsession für Fotografie sind geblieben.

Was fotografierst du am meisten?
- Ich habe eine große Faszination für das Alltägliche. Ich habe oft versucht, fotografisch etwas davon loszukommen und gesellschaftlich relevantere Dinge zu fotografieren, aber lande doch immer wieder beim Alltag.

Wie hat sich die Corona-Zeit auf deine Art zu fotografieren ausgewirkt?
- Ich habe in etwa genau so viel fotografiert wie davor, aber natürlich konnte ich lange nicht wirklich an Projekten arbeiten. Die Motive, die während der Lockdown-Zeit entstanden sind, wiederholen sich sehr, gut die Hälfte der Fotos zeigen meinen damaligen Mitbewohner und seine Freundin in unserer Wohnung.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
- Ja, Bieke Depoorter.

Informierst du dich über aktuelle Fotografie?
- Nicht bewusst, aber meistens bin ich ganz gut auf dem Laufenden welche neuen Fotobücher gerade auf den Markt gekommen sind oder wo gerade welche Ausstellung ist.

Wo und wem zeigst du deine Bilder?
- Ich zeige meine Bilder hauptsächlich meinen Freund*innen und natürlich in der FH. Ich hatte das Glück, letztes Jahr ein Fotobuch zu veröffentlichen und würde auch gerne mit den Bildern mal eine Ausstellung machen, aber es ist noch nichts Konkretes geplant.

Woran arbeitest du gerade?
- Oh, die Frage tut weh. Ich habe im Sommer begonnen, an einem Projekt über die Künstlerszene in der Ostukraine zu arbeiten. Vitalii Matukhno, ein guter Freund von mir, hat dort 2020 die Initiative Gareleya gestartet und organisierte mit einer Gruppe aus Künstlern und Aktivisten absolut absurde und großartige Ausstellungen in verlassenen Häusern. Man kann diese wundervollen jungen Künstler nun mit Spenden an Gareleya finanziell unterstützen.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
- Fotografie war immer ein Weg für mich, nach Details zu suchen und die kleinen Momente wahrzunehmen. Ich denke, Fotografie bewegt einen generell dazu, einfach mehr zu sehen. Außerdem gefällt mir als melancholischer Mensch wohl auch sehr, dass die Fotografie einem zumindest die Illusion gibt, Dinge festhalten zu können.

 

 

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