Jana Islinger -
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Serie: Loro Borici

Jana Islinger

München, 22 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2022
Freie Themenwahl | Altersgruppe D (21-25 Jahre)

 

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Interview

Wie bist du auf die Idee zu deiner Serie gekommen?
- In Albanien gibt es seit dem Ende des Kommunismus so gut wie keine öffentlichen Fußballschulen mehr. Die Loro-Boriçi-Schule in Tirana ist die letzte ihrer Art. Anstatt Talente auszubilden, zielen die anderen Schulen darauf ab, mit teuren Gebühren möglichst viel Profit zu erwirtschaften. Somit wird Fußball auch zu einer Quelle sozialer Ausgrenzung. Deshalb war es mir ein Anliegen, Einblick in genau diese Schule zu bekommen.

Was war dir wichtig?
- Die Loro-Boriçi-Schule ist oft der letzte Ausweg für die Träume jener Jungen, die keine Chance auf eine Eliteausbildung haben. Hier geht es nur um die Leistungen der jungen Sportler und nicht um die finanziellen Verhältnisse. Genau dieser Aspekt hat mich sehr interessiert! In meiner Serie wollte ich nicht nur Einblick in das alltägliche Leben geben, sondern auch das Gefühl der Gemeinschaft und des Zusammenhaltes zeigen, den ich dort zu spüren bekommen habe.

Welche Verbindung hast du selbst zum Fußball?
- Mit Fußball direkt weniger, mich fasziniert der Stellenwert von Sport im Allgemeinen und die damit verbundenen soziologischen Aspekte.

Wie ist die Serie entstanden?
- Fotografiert habe ich mit einer Vollformat-Spiegelreflexkamera oder, wenn ich etwas unauffälliger sein wollte, mit einer kleinen Systemkamera.

War es schwer, die Motive so einzufangen und zu gestalten, wie du sie dir vorgestellt hast?
- Anfangs war es nicht einfach, in der Gruppe akzeptiert zu werden. Zum Glück konnte ich schnell das Vertrauen einiger gewinnen und wurde so trotz sprachlicher Barriere in die Gruppe aufgenommen.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
- 2016 habe ich während eines sozialen Praktikums an einer Montessori-Schule in Tansania meine Leidenschaft zur Dokumentarfotografie entdeckt. Nach meinem Abitur habe ich mich an der Hochschule München für den Studiengang Fotografie beworben, den ich in diesem Jahr mit meinem Bachelor abschließen werde.

Was fotografierst du am meisten?
- In meinen Projekten befasse ich mich vorwiegend mit gesellschaftlich relevanten Themen und sozialen Angelegenheiten. Ich versuche, die Geschichte anderer Menschen zu erzählen. Dabei ist es mir besonders wichtig, dass der Kontext der Arbeit verständlich wird.

Wie hat sich die Corona-Zeit auf deine Art zu fotografieren ausgewirkt?
- Natürlich konnte ich aufgrund der Restriktionen und allgemeinen Verunsicherung in Bezug auf meine Ausbildung und Arbeit nicht alle Ziele verwirklichen. Trotzdem hat diese Zeit auch neue Möglichkeiten und Denkanstöße mit sich gebracht.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
- Rob Hornstra und Nanna Heitmann inspirieren mich aktuell sehr! Auch der Fotograf Jens Schwarz, der seit einigen Jahren mein Mentor ist, ist ein großes Vorbild für mich.

Wie informierst du dich über aktuelle Fotografie?
- Für meine Recherchen nutze ich Fotoagenturen wie Magnum, Ostkreuz oder Institute. Aber auch über Awards, Ausstellungen oder Blogs wie Fotodoks, PhMuseum oder Lens Culture informiere ich mich. Zudem befasse ich mich als Bildredakteurin bei der SZ mit tagesaktuellen Themen. Breit aufgestellte Blätter wie die New York Times liefern viele Eindrücke, auch Formate wie das SZ-Magazin oder ZEITmagazin inspirieren mich.

Wo und wem zeigst du deine Bilder?
- Meine Arbeiten veröffentliche ich auf meiner Website oder zeige sie bei Ausstellungen in der Hochschule.

Woran arbeitest du gerade?
- Zur Erstellung meiner Bachelorarbeit werde ich für einige Wochen nach Georgien reisen und dort die derzeitige gesellschaftspolitische Lage dokumentieren.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
- Mich begeistert die Verbindung, die Fotografie zwischen teils völlig unterschiedlichen Welten entstehen lässt. Ich kann dem Betrachter andere Realitäten und Standpunkte näherbringen. Die Fotografie ermöglicht mir, Menschen kennenzulernen, die ich sonst wahrscheinlich nie getroffen hätte.

 

 

Preisträgerfotos + 2022 + Alter: 21–25 Jahre