Marvin Dreblow -
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Serie: resurrection

Marvin Dreblow

Bremen, 25 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2022
Freie Themenwahl | Altersgruppe D (21-25 Jahre)

 

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Interview

Wie bist du auf die Idee zu deiner Serie gekommen?
- Ich fand die Idee spannend, Petrischalen mit Nährboden als Medium zu nutzen. Nachdem ich länger überlegt habe, in welcher Form ich das sinnvoll umsetzen kann, kam ich schlussendlich beim Untersuchen von verschiedenen Hochsitzen auf die Idee, die dort vorhandenen toten Insekten zu sammeln, in die Schalen einzusetzen und so einen neuen Prozess anzustoßen.

Wie lange hast du die Petrischalen sich selbst überlassen? Mit welchem Ziel?
- Die Fotos sind etwa drei Wochen nach dem Einsetzen der Insekten entstanden. Ziel war es, Gegensätzlichkeiten miteinander zu verbinden – das Lebendige im Toten zu zeigen, aber auch der Gedanke des Erschaffens ist bei diesem Projekt sehr wichtig.

Wie sind die Reaktionen deiner Besucher*innen ausgefallen?
- Überwiegend recht interessiert, da die meisten Menschen, die mich kennen, schon wissen, wie und womit ich arbeite. Aber natürlich sind tote Tiere und Schimmel nicht für jeden etwas.

Warum hast du genau diese Bilder ausgesucht?
- Die Serie ist für meine persönliche Arbeitsweise ein wichtiger Schritt, weil der fotografische Aspekt zwar relevant ist, es inhaltlich aber um den stattfindenden Prozess geht. Fotografie wird so fast eher zur Dokumentation.

Wie ist die Serie entstanden?
- Die Bilder sind mit einem 100mm Makro aufgenommen und aus zwei Bildern zusammengefügt, um nicht so viel Auflösung zu verlieren (1:1 Seitenverhältnis ist bei einem 2:3 Sensor eher ungünstig). Das Setup war relativ simpel: Es bestand aus einer Glasplatte, auf der die Petrischalen lagen, dahinter schwarzer Stoff. Ich habe mit einer Mischung aus Tageslicht und einem Blitz plus Softbox gearbeitet.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
- Mit dem Fotografieren habe ich erst mit etwa 20 Jahren begonnen. Ich habe vorher viel gezeichnet, aber gemerkt, dass, obwohl ich handwerklich ganz gut war, mir das Medium nichts bedeutet hat. Danach habe ich begonnen, mit den Dingen zu experimentieren, die mich inhaltlich wirklich interessiert haben. Fotografie hat sich als Mittel der Wahl herausgestellt, um dies zu dokumentieren.

Was fotografierst du am meisten?
- Fotografie ist für mich vor allem ein Werkzeug, um konkret inhaltliche Ideen umsetzen, deswegen ist im Vorhinein fast immer bereits klar, was ich machen möchte, und das ändert sich auch nur sehr selten grundlegend im Prozess.

Wie hat sich die Corona-Zeit auf deine Art zu fotografieren ausgewirkt?
- Ich war während Corona in der sehr privilegierten Position, dass meine Arbeitsweise sich kaum ändern musste, da ich viel allein und draußen unterwegs bin.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
- Antti Laitinen, Andreas Gefeller und Elena Helfrecht fallen mir da aus dem Stegreif ein.

Wie informierst du dich über aktuelle Fotografie?
- Obwohl ich jemand bin, der eher etwas zurückgezogener arbeitet, würde ich sagen, dass das Wichtigste ist, sich mit Menschen zu umgeben, die für ähnliche Themen brennen und sich viel auszutauschen.

Wo und wem zeigst du deine Bilder?
- Ich habe eine Website und bin als bildender Künstler auch öfter in Ausstellungen zu sehen.

Woran arbeitest du gerade?
- In meinem nächsten Projekt möchte ich wieder mit Tieren arbeiten.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
- Fotografie ermöglicht es mir, meine Sichtweise auf Themen in eine Form zu bringen, die für andere zugänglich ist, und somit in vielen Fällen überhaupt erst schaffend tätig zu sein.

 

 

Preisträgerfotos + 2022 + Alter: 21–25 Jahre