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Serie: Zenica

Lasse Branding

Hannover, 22 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2022
Freie Themenwahl | Altersgruppe D (21-25 Jahre)

 

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Interview

Wie bist du auf die Idee zu deiner Serie gekommen?
- Mein Vater ist in Bosnien geboren, weswegen ich letzten Winter erstmals eine Reise dorthin unternahm und den Geburtsort meines Vaters besuchte. Auf Zenica bin ich allerdings durch das Buch „Reise nach Alaska“ von Bora ?osi? gestoßen. Dort beschreibt ?osi? das tragische Bild einer Stadt, die untrennbar mit ihrer Fabrik verbunden ist.

Was möchtest du mit deinen Bildern vermitteln?
- Im alten Jugoslawien war Zenica ein Musterbeispiel für eine moderne Großstadt. Heute ist sie allerdings mehr vom ökonomischen Zerfall geprägt, das enorme Auswirkungen auf die Menschen und ihre Umwelt hat. Mir war es wichtig, mit meinen Bildern Fragen zu stellen, wie die Zukunft dieses Ortes aussehen kann.

Warum hast du genau diese Bilder ausgesucht?
- Ich habe versucht, möglichst subtile Bilder auszusuchen, die einem im ersten Moment vielleicht nicht alles verraten, aber im Hinblick auf die gesamte Arbeit in einen Kontext gesetzt werden können. Mich hat die Ambivalenz zwischen der großen Stahlfabrik und ihrer Stadt fasziniert. Die enge Verbindung zwischen den Menschen und ihrer Industrie und gleichzeitig die Abhängigkeit voneinander.

Wie ist die Serie entstanden?
- Um den Ort besser zu verstehen und kennenzulernen, bin ich sehr lange Strecken zu Fuß gelaufen. Dadurch sind viele Motive zufällig entstanden. Die Serie wurde digital fotografiert und die Bilder nachher einheitlich in Lightroom bearbeitet.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
- Ich bin in Düsseldorf aufgewachsen und früh durch viele Museen mit Kunst und Fotografie in Berührung gekommen. Letztlich aber dann wohl durch das Reisen nach meinem Schulabschluss.

Was fotografierst du am meisten?
- Ich konzentriere mich in meiner Arbeit vor allem auf Orte, die ich entdecke oder die ich durch Recherche finde. In meinen letzten Arbeiten habe ich mich oft mit dem Wandel der Industrialisierung und den resultierenden Auswirkungen beschäftigt.

Wie hat sich die Corona-Zeit auf deine Art zu fotografieren ausgewirkt?
- Ich habe in der Zeit mein Fotografiestudium in Hannover begonnen, wodurch ich recht viel fotografiert habe. Ich fand es aber teilweise sehr schwer, Zugang zu gewissen Themen oder Menschen zu bekommen, geschweige denn Motivation und Inspiration aufzubauen. Andererseits hat die Corona-Zeit auch neue Wege, kreativ zu werden, geschaffen, wodurch unterberichtete Themen in den Vordergrund gerückt sind.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
- Ich lasse mich gerne von anderen Fotograf*innen inspirieren. In letzter Zeit hat mich die Arbeit „The Kabuler“ von Lorenzo Meloni beeindruckt oder auch „Water“ von Mustafah Abdulaziz. Vor allem aber inspirieren mich die Arbeiten und der Austausch mit meinen Kommiliton*innen.

Informierst du dich über aktuelle Fotografie?
- Ich versuche, möglichst viele Ausstellungen zu besuchen und mir Magazine anzuschauen. Außerdem bekomme ich durch den Austausch im Studium einen Überblick über den aktuellen Diskurs in der Fotografie.

Wo und wem zeigst du deine Bilder?
- Ich zeige meine Bilder in den Seminaren der Hochschule und spreche auch mit Freunden über Projekte und Vorhaben. Ich versuche außerdem, meine Bilder in Publikationen und Ausstellungen zu veröffentlichen, um somit meine Arbeit auch einem breiteren Publikum zu vermitteln.

Woran arbeitest du gerade?
- Ich werde noch weiter an der Serie „Zenica“ arbeiten und plane grade meine nächste Reise, um die Arbeit noch zu vertiefen.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
- Fotografie bedeutet für mich die Auseinandersetzung mit der Welt in all ihren Dimensionen. Mir persönlich hilft die Fotografie auch, meiner Neugier nachzugehen, und gibt mir die Möglichkeit, mich mit unterschiedlichen Themenkomplexen zu beschäftigen.

 

 

Preisträgerfotos + 2022 + Alter: 21–25 Jahre