2 7
Bild 1 Bild 2 Bild 3 Bild 4 Bild 5 Bild 6

Freimaurertempel der ARLS Piratininga 0140, Sao Paulo, Brasilien

Aus der Serie: Man among Men

Juliane Herrmann

Jena, 24 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2014
Allgemeiner Wettbewerb | Altersgruppe D (21-25 Jahre)

1. Preis 500 €

Homepage

 
 

X

Jurybegründung

Um sie ranken sich Legenden: die Freimaurer. Ein Bund der Verschwiegenheit, umgeben von unzähligen Gerüchten über mächtige Männer, okkulte Riten, bizarre Symbole. Juliane Herrmann wagt den Blick hinter den Vorhang dieses vielleicht geheimnisvollsten Netzwerks der Welt. In mehreren Ländern besucht sie Logen, betritt Tempel, begegnet Großmeistern, beobachtet Rituale. Und hält diese seltenen und stillen Momente diskret mit der Kamera fest. So entsteht eine einzigartige Serie voller ungewöhnlicher Einblicke. Die Fotografien von Juliane Herrmann überzeugen jede für sich ebenso wie in ihrer abwechslungsreichen Zusammenstellung als Serie. Ein überraschendes Thema in herausragender Umsetzung.

X

Interview

Wie bist du auf die Idee zu deiner Serie gekommen und worum geht es dir dabei?
- Schon seit langem habe ich eine Faszination für geschlossene Männergesellschaften. So habe ich bspw. vor einigen Jahren eine Studentenverbindung porträtiert. Während meines Masterstudiums in den Niederlanden habe ich mich dann 2 Jahre intensiv mit Freimaurern in aller Welt beschäftigt. Ich möchte ein anderes Bild der Freimaurerei zeigen als das übliche Bild, welches man sonst in den Medien zu sehen bekommt. In meiner Arbeit beleuchte ich verschiedene Aspekte und Perspektiven der Freimaurerei. In erster Linie möchte ich Interesse an der Gesellschaft wecken und den Zuschauer dazu anregen, sich sein eigenes Bild der „Brüder“ zu bilden, die vielleicht gar nicht so anders sind als du und ich.

Wie ist die Serie entstanden? Welche Technik(en) hast du benutzt?
- Die hier vorliegende Serie ist hauptsächlich analog mit einer Mittelformatkamera entstanden. Die Gesamtarbeit beinhaltet jedoch noch weitere Elemente, wie Video-Interviews und ein gefilmtes Gruppenporträt.

Wie schwer war es, die Freimaurer für das Projekt zu gewinnen? Gab es Fotografieverbote?
- Die Freimaurer reagierten von Land zu Land unterschiedlich auf meine Anfrage. So war es in Griechenland unmöglich, einen Kontakt aufzubauen. In Deutschland waren die Freimaurer erstaunlich offen und haben mich zumeist in meiner Arbeit unterstützt. Sie ließen mir große Freiheiten und brachten mir viel Vertrauen entgegen. Einzig das Fotografieren eines Rituals blieb mir verwehrt, was ich aber auch verständlich finde, schließlich muss auch ein kleines Geheimnis gewahrt werden.

Welche Unterschiede innerhalb der Freimaurerlogen sind dir im internationalen Vergleich aufgefallen?
- Die Freimaurerei kann von Land zu Land sehr unterschiedlich sein. In Deutschland ist sie aufgrund der Geschichte und des Verbotes im Nationalsozialismus eher schwach (wenn man nach den Mitgliederzahlen geht). In England sind die Freimaurer viel stärker vertreten und in vielen Familien wird die Freimaurerei von Generation zu Generation weitergeführt. In Brasilien waren die Freimaurer sehr offen und herzlich zu mir. Dort wird die ganze Familie in die Freimaurergesellschaft einbezogen und schon die Kleinsten haben ihre eigene Unterorganisation, genannt „DeMolay“.

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?
- Ich fotografiere, seitdem ich denken kann. So richtig wurde meine Leidenschaft geweckt, als ich mit 16 meine erste Spiegelreflexkamera bekam. Nach der Schule habe ich dann ein Fotografiestudium an der FH Dortmund begonnen und 2012 mit einem Bachelor abgeschlossen. Danach bin ich zum Masterstudium in die Niederlande gegangen. Diesen Sommer habe ich dort meinen Abschluss mit der Arbeit „Man among Men“ gemacht.

Was fotografierst du am meisten? Welche Motive, bei welchen Gelegenheiten?
- Ich fotografiere am liebsten Menschen und alles, was sich im Bereich der Dokumentarfotografie bewegt. Das kann Mensch, Tier, Architektur oder Landschaft sein. Jüngst habe ich auch das Filmen für mich entdeckt und werde in Zukunft sicher noch mehr mit der Filmkamera experimentieren.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
- Ich habe eine ganze Menge Vorbilder. Diane Arbus liebe ich für ihren Mut und die Aufrichtigkeit ihrer Fotografie. Rob Hornstra bewundere ich für seine Bildkombinationen, die Kooperation mit anderen Medien wie Grafik und Text, und die Fähigkeit seine freien Projekte auf kreative Weise (z.B. Crowdfunding) zu finanzieren. David Lynch ist ein großes Vorbild durch die Bilderwelten, die er kreiert.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
- Die Fotografie ist meine Leidenschaft und mein ganz persönlicher Ausdruck, die Welt um mich herum wahrzunehmen und zu verstehen. Fotografie ist aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken und ich nutze sie als Alibi, um immer wieder neue, interessante Menschen kennenzulernen.

Wo und wem zeigst du deine Bilder? Stellst du deine Fotos aus?
- Meine Bilder bespreche ich mit Freunden, Kommilitonen und Professoren. Im Sommer werde ich die Arbeit „Man among Men“ in Amsterdam im Rahmen meiner Masterausstellung präsentieren.

Hast du eine eigene Website?
- Auf meiner Webseite www.julianeherrmann.com können meine Arbeiten begutachtet werden.


X

Kommentieren



Gib den ersten Kommentar zu diesen Bildern ab!

Kommentieren

 

 

Preisträgerfotos + 2014 + Alter: 21–25 Jahre

 

Kontakt

Deutsches Kinder- und
Jugendfilmzentrum


Küppelstein 34, 42857 Remscheid

02191/794-238
jugendfotopreis@kjf.de

Kontakt, Impressum
Datenschutz

Sitemap

4 2

Veranstalter

Deutsches Kinder- und Jugendfilmzentrum

Gefördert von

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Weitere Förderer

photokina

 

Photoindustrie-Verband (PIV)