Jan Staiger -
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Serie: Ich schaue in die Welt.

Jan Staiger

Hannover, 24 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2020
Freie Themenwahl | Altersgruppe D (21-25 Jahre)

 

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Interview

Wie bist du auf die Idee zu deiner Serie gekommen?
- Bei einem internationalen Hochschulprojekt zum Thema „Jugend in Europa“ habe ich über meinen Bezug zu dieser Thematik nachgedacht. Durch meine mich prägende Zeit an der Waldorfschule und meinen engen Bezug zur oft kontrovers diskutierten Waldorfpädagogik war für mich klar, diese Arbeit intensiv zu verfolgen. Daraus wurden letztlich zweieinhalb Jahre, in denen ich meine ehemalige Schule in regelmäßigen Abständen besuchte.

Was möchtest du mit deinen Bildern vermitteln?
- Ein Gefühl davon, was es für mich damals bzw. für die Schüler heute bedeuten könnte, an einer solchen Schule bis zu dreizehn Jahre zu verbringen. Darüber hinaus wollte ich einen Einblick in den Mikrokosmos geben, über den so viel gesprochen wird und doch so wenig bekannt ist.

Wie blickst du heute auf deine Schulzeit an der Waldorfschule?
- Für mich persönlich war diese Schule die richtige Wahl. Die vielen Möglichkeiten, sich praktisch auszuleben, handwerklich und künstlerisch tätig sein zu können, überwiegen. Nichtsdestotrotz halte ich es für essentiell, Teilaspekte der Pädagogik kritisch zu hinterfragen. Es war nie mein Ziel, eine Arbeit zu schaffen, die als Werbung für diese Schule funktionieren könnte. Es war durchaus meine Intention, neben Faszination auch ein Gefühl von Bedrückung und Skurrilität zu vermitteln.

Wie ist die Serie entstanden?
- Mit einer Mamiya 7ii auf analogem Mittelformatfilm (Kodak Portra 400/800). Viele der Motive sind bereits in meinem Kopf entstanden. Dieser gedankliche Arbeitsprozess hat sehr gut mit der Präzision und Entschleunigung korrespondiert, die beim Fotografieren mit einer solchen Kamera und der Verwendung eines Stativs einhergeht. Im Anschluss wurden die Negative extern entwickelt und von mir mit einem Hasselblad-Scanner eingescannt und bearbeitet.

Warum hast du genau diese Bilder ausgesucht?
- Die Auswahl entstand im Austausch mit Professoren, Kommilitonen und auch mit ehemaligen Mitschülern, um ein Gefühl für deren Emotionen beim Betrachten der Motive zu gewinnen. Ebenso waren meine persönlichen Erlebnisse und Emotionen sehr entscheidend für die Bildauswahl und vermittelte Gesamtstimmung.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
- Dass mein Vater als Kameramann arbeitet, führte dazu, dass meine Faszination für visuelle Medien und die Begeisterung für ganz verschiedene Orte und Themen schon immer vorhanden war. Den Weg der Fotografie habe ich dann 2015 konsequent eingeschlagen und begann 2016 mein Fotojournalismus-Studium in Hannover.

Was fotografierst du am meisten?
- Ich besuche, wenn möglich, jeden Parteitag und versuche, meinen subjektiven Blick auf politische Symbolik und Verantwortungsträger visuell einzufangen. Der ehemalige Bildchef des Stern, Andreas Trampe, fragte mich mal: „Was unterscheidet dich von deinen Freunden?“ Ich antwortete: „Ich schaue jede politische Talkshow.“ Er daraufhin: „Dann ist das dein fotografischer Schwerpunkt - Politik!“ An diesem Tag wurde mir das zum ersten Mal wirklich klar.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
- Mein größtes Vorbild ist Thomas Struth aus der Düsseldorfer Schule. Seine Arbeit „Nature and Politics“ ist für mich das beste fotografische Werk der letzten Jahrzehnte. Sein klarer, nüchterner Stil begeistert mich. Im Rahmen dieser Serie waren die Arbeiten von Rob Hornstra ein wichtiger Anhaltspunkt.

Wo und wem zeigst du deine Bilder?
- Ich hatte immer wieder das Glück kleinerer Publikationen in Zeitungen wie der ZEIT, der Süddeutschen Zeitung oder dem Freitag. Seit 2019 kommen auch erste Ausstellungen hinzu wie demnächst auf dem RAW Fotofestival in Worpswede und dem LUMIX Festival in Hannover.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
- Die Fotografie hilft mir dabei, Dinge zu ordnen und zu verstehen, sowohl visuell als auch intellektuell. Dass es mir möglich ist, mit meinen Bildern eine große Breite an Menschen zu erreichen, fasziniert mich seit jeher. Mir ist es wichtig, einen Diskussionsanstoß zu geben, Menschen zum Nachdenken anzuregen und auch offen für kritische Meinungen zu sein.

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