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Aus der Serie: Wohin ich ging - Fragmente

Ingmar Björn Nolting

Dortmund, 20 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2016
Allgemeiner Wettbewerb | Altersgruppe C (16-20 Jahre)

Prämie 200 €

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Interview

Wie bist du auf die Idee zu deiner Serie gekommen?
- Meine Arbeit ist eine Annäherung an die Erinnerung und die Biografie eines Heroinabhängigen. Ein Artikel in der Lokalpresse titelte ziemlich reißerisch über die Dauerwohneinrichtung für alternde, chronisch Drogenabhängige (DAWO) in Unna. Das weckte mein Interesse und ich wollte wissen, was wirklich hinter diesem Pilotprojekt und seinen Bewohnern steckt. Die konkrete Idee ist dann anhand verschiedener Fragestellungen entstanden. Welches Material habe ich und wie können die verschiedenen Ebenen zusammen funktionieren? Wie interagieren die verschiedenen Bildsprachen? Was entsteht im Raum zwischen den Fotografien?

Was war dir wichtig, worum ging es dir dabei?
- In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit Mario, einem Bewohner der DAWO. Er ist ein Mensch, der in seinem Leben viel durchmachen musste. Suchterkrankung, gescheiterte, zerrissene Beziehungen, schwere Krankheit, Beschaffungskriminalität, Freiheitsentzug – sehr persönliche, existentielle Themenfelder, die in der Auseinandersetzung ein großes Maß an Sensibilität benötigen. Konzeptuell ging es mir um den Umgang mit seiner Erinnerung und die Rolle, die seine alten Fotografien und seine Kunstwerke dabei spielen.

Wie ist der Kontakt zu Mario zustande gekommen?
- Die Einrichtung lud mich ein und ich stellte mich mit einem vagen Konzept und meinem Portfolio vor. Dort lernte ich Mario kennen und wir fanden ziemlich schnell einen guten Zugang zueinander.

Wie viel Zeit habt ihr miteinander verbracht? Wie lange hast du Mario begleitet?
- Ich habe ihn über mehrere Monate immer wieder besucht und stehe auch heute noch im Kontakt mit ihm. Das Projekt ist für mich noch nicht abgeschlossen und hat sich seit der Einreichung auch noch weiterentwickelt...

Warum hast du genau diese Serie ausgesucht? Was fasziniert dich an ihr?
- In der größten Notunterkunft für Obdachlose in Berlin hatte ich als Ehrenamtlicher oft mit Suchtkranken und ihrer Geschichte zu tun. Dies hat mich nachhaltig geprägt und einen großen Einfluss auf meine Fotografie genommen. Suchtkranke werden in unserer Gesellschaft stigmatisiert. Es ist wichtig, sich mit vorurteilsbehafteten Themen zu beschäftigen, den Menschen und seinen Werdegang zu sehen. Vielleicht habe ich einen Zugang zu dieser Thematik gefunden, der Interesse schafft.

Wie ist die Serie entstanden? Welche Technik(en) hast du benutzt?
- Die Serie habe ich mit einer digitalen Kleinbildkamera fotografiert. Die alten Bilder sind Scans der Abzüge, die mir Mario gegeben hat. Die Arbeit beinhaltet außerdem noch einen reflektierenden Monolog, in dem Mario von seinem Werdegang erzählt. Dafür habe ich unsere Gespräche mit einem Audiorekorder aufgenommen und diese Aufnahmen später in Auszügen zusammengefügt.

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?
- Damals war ich 16, stand jede freie Sekunde auf dem Skateboard und merkte irgendwann, dass ich mit der Kamera, mit der ich meine Freunde immer beim Skaten filmte, auch fotografieren konnte. Kurze Zeit später entdeckte ich die alte, analoge Spiegelreflexkamera meines Vaters... Heute studiere ich Fotografie an der FH Dortmund.


Was fotografierst du am meisten? Welche Motive, bei welchen Gelegenheiten?
- Ich arbeite zurzeit eher dokumentarisch mit einem konzeptuellen Hintergrund an Themen, die mich interessieren und zu denen ich eine Haltung habe.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
- Vorbilder, das klingt etwas stark... Mir gefallen die Arbeiten von Alec Soth, Jitka Hanzlová, JH Eng-ström, Alex Webb, On Kawara,…

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
- Die Fotografie ist für mich ein Medium, das mir erlaubt, mich in Situationen zu begeben, in die ich ohne die Kamera nie gekommen wäre und diese aus meiner Sicht zu dokumentieren. Sie gibt mir die Möglichkeit, mich mit meiner Umwelt in Beziehung zu setzen. Thematisch beschäftige ich mich häufig mit dem mir fremd Scheinenden und mit der gesellschaftlichen Konstruktion von „Normalität“. Das erzählt mir viel darüber, was es heißt, Mensch zu sein.

Wo und wem zeigst du deine Bilder? Stellst du deine Fotos aus?
- Meine Arbeiten zeige ich in den Seminaren an der Fachhochschule, aber auch guten Freunden, die mit mir studieren. Wir treffen uns regelmäßig, um unsere Projekte weiter zu entwickeln, Ideen auszutauschen und darüber zu diskutieren. Die letzten Ausstellungen, bei der ich mit einer Arbeit vertreten war, waren im Künstlerhaus in Dortmund und im BAFzA in Köln.

Wo findet man deine Bilder im Internet?
- Auf meiner Website: ingmarnolting.de

Wie wurdest du auf den Deutschen Jugendfotopreis aufmerksam?
- Den Jugendfotopreis verfolge ich schon seit 2(?) Jahren. Ich hatte auch letztes Jahr etwas eingereicht. Wie genau ich darauf gekommen bin, weiß ich nicht mehr – wahrscheinlich über das Internet.

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Preisträgerfotos + 2016 + Alter: 16–20 Jahre

 

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