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Aus der Serie: Nah und doch so fern

Daniel Chatard

Hannover, 19 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2016
Allgemeiner Wettbewerb | Altersgruppe C (16-20 Jahre)

1. Preis 500 €

 
 

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Jurybegründung

Telefon war gestern, Videochat ist heute. In seiner Serie „Nah und doch so fern“ zeigt Daniel Chatard Porträts, die gerade durch ihre Alltäglichkeit thematisch so ungewöhnlich sind: Screenshots von Menschen in Videokonferenzen. Verrauschte Bilder, im Halbdunkeln von einer Webcam aufgenommen. Menschen, deren Blicke sich auf dem Bildschirm verlieren, in Gedanken ganz beim Gegenüber, die Kamera vergessend. In ihrer speziellen Ästhetik tragen diese Bilder starke Emotionen in sich und zeigen typische Szenen der heutigen Welt: ein Lebensgefühl, das Daniel Chatard eindrucksvoll umsetzt!

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Interview

Wie bist du auf die Idee zu deiner Serie gekommen?
- Ich war gerade für mein Fotojournalismus-Studium von Heidelberg nach Hannover gezogen. Eine meiner ersten Aufgaben im Studium war es, Menschen zu fotografieren, die mir nahe stehen. Die mir engsten Menschen waren alle weit von mir entfernt, ich konnte nicht zu ihnen fahren, um sie zu sehen. Also begann ich, beim Skypen mit meinen besten Freunden und meiner Familie Screenshots zu machen.

Was war dir wichtig, worum ging es dir dabei?
- Ich wollte für mich herausfinden, wie gut es gelingt, die Nähe zu anderen Menschen mithilfe von Videochats zu erhalten und was der Unterschied zwischen der Kommunikation über das Internet und „echtem“ menschlichen Kontakt ist. Ich war auch gespannt, ob es mir überhaupt möglich ist, Porträts nur mithilfe von Screenshots zu machen, in denen auch Gefühle zu sehen sind.

Ein Leben ohne Skype wäre…
- für mich ehrlich gesagt auch gut vorstellbar. Mit den mir wirklich nahen Menschen bleibe ich so oder so in Kontakt, ich schreibe gerne Postkarten und auch sonst gibt es viele andere Mittel zur Kommunikation. Außerdem befinde ich mich in der glücklichen Situation, meine Freunde und Familie hin und wieder besuchen zu können. Ich kann mir vorstellen, dass Skype für Menschen, bei denen das nicht so ist, einen sehr hohen Stellenwert hat.

Benutzt du selbst häufig Videochats? Wie weit entfernt wohnen deine wichtigsten Gesprächspartner?
- Ich skype etwa wöchentlich mit meiner Familie und hin und wieder mit Freunden. Die meisten wohnen etwa 400 Kilometer entfernt von mir.

Wie ist die Serie entstanden? Welche Technik(en) hast du benutzt?
- Die Webcams nehmen die Einstellungen automatisch vor, da hatte ich keine Möglichkeit, einzugreifen. Ich konnte nur die Komposition und das Licht beeinflussen und im richtigen Moment auslösen. Im Nachhinein habe ich die Farben in den Bildern angepasst, damit die Fotos besser miteinander harmonieren.

Warum hast du genau diese Serie ausgesucht? Was fasziniert dich an ihr?
- Mir gefallen die Fotos, weil ich finde, dass man in ihnen Fragmente von meiner Beziehung zu den mir nahen Menschen erkennen kann und sie mir selbst helfen, diese zu erkennen. Natürlich zeigt ein einzelnes Foto kein vollständiges Bild dieser Beziehung, aber diesen Anspruch hatte ich auch nicht. Es freut mich außerdem zu sehen, dass man keine teure Kamera braucht, um ein interessantes Foto zu machen.

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?
- 2013 habe ich begonnen, mich immer stärker für die Fotografie zu interessieren. Ich habe mir damals eine Kamera gewünscht, um Fotos von Reisen und Landschaften zu machen. Mit der Zeit habe ich auch immer mehr Menschen fotografiert.

Was fotografierst du am meisten? Welche Motive, bei welchen Gelegenheiten?
- Für mein Studium fotografiere ich vorrangig Reportagen, also zusammenhängende Fotostrecken, die Geschichten erzählen. Dafür fotografiere ich vor allem Menschen, aber auch Landschaften und Architektur. Ich fotografiere aber auch sehr gerne auf Reisen und kleine Skurrilitäten des Alltags.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
- Ich bewundere unterschiedliche Fotografen, beispielsweise Daniel Berehulak, Alex Webb, James Nachtwey und Vivian Maier.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
- Fotografie ist ein wunderbares Mittel zur Kommunikation. Ich kann durch sie Neues entdecken, Erlebnisse reflektieren, mich selbst ausdrücken und anderen etwas verständlich machen. Ich glaube, Fotografie eignet sich sehr gut, um Dinge kondensiert auf den Punkt zu bringen.

Wo und wem zeigst du deine Bilder? Stellst du deine Fotos aus?
- Ich zeige meine Fotos gerne allen Leuten, die sich dafür interessieren. Momentan sind das vor allem Freunde und Familie. Ich zeige meine Fotos aber natürlich auch in meinem Studium und veröffentliche manche im Internet.

Wo findet man deine Bilder im Internet?
- Website: www.chatard.de
Instagram: @daniel_chatard (https://www.instagram.com/daniel_chatard/)

Wie wurdest du auf den Deutschen Jugendfotopreis aufmerksam?
- Ich habe im Internet davon gelesen.

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1 Kommentar



Also viel mit Fotografie hat das leider nicht zu tun- weiß nicht wie so etwas den ersten Platz belegen kann!
> Ben, 26.8.16

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Preisträgerfotos + 2016 + Alter: 16–20 Jahre

 

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