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Aus der Serie: Analog und digital

Foto AG, Anna-Freud-Schule

Köln, Ø 14 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2016
Allgemeiner Wettbewerb | Altersgruppe B (11-15 Jahre)

Prämie 200 €

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Interview

Marita Schnorbach (Leitung):

Wie kam die Idee zur eingesandten Arbeit zustande?
- Die Foto-AG hat im Rahmen eines Schulprojektes an dem Thema „Mobilität und Zeit“ gearbeitet und sich mit dem Denkmalschutz auseinandergesetzt. In der Nähe der Schule befindet sich der alte Bahnhof Belvedere. Da der Bahnhof 1839 im Geburtsjahr der Fotografie erbaut worden war, lag es nahe, mehr über das fotografische Handwerk aus den Anfängen der Fotografie wissen zu wollen.

Wie ist das Schulprojekt abgelaufen?
- Zunächst besuchten wir das Bergische Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe, um mehr über das Leben und Arbeiten der heimischen Bevölkerung im 19. Jahrhundert zu erfahren. Im Anschluss eine Ausstellung von Martin Rosswog, der Fotografien von ländlichen Wohn-und Lebensräumen Europas zeigte. Es entwickelten sich viele Diskussionen, wie es wohl gewesen sein mochte, als es noch keine digitale Welt gab. Auch die Entwicklung der Fotografie wurde anhand alter Porträtbilder besprochen, sodass der Wunsch aufkam, analog zu arbeiten. Dabei konnte man sich Zeit nehmen, in Ruhe die Kamera einstellen und die Technik verstehen lernen. (Silas, 15 Jahre)

So wurde den Schülern klar: „Wenn ich analog arbeite, habe ich eine andere Sichtweise. Ich gucke intensiver auf mein Motiv. Ich muss alles beachten, genaue Belichtung, Licht und Schatten. Bei meiner digitalen Kamera kann ich schnell den Modus wechseln, und oft stelle ich eine Automatik ein.“ (Tolga, 15 Jahre)

Die Teilnehmer versuchten sich vorzustellen, wie es gewesen sein könnte, wenn sie im 19. Jahr-hundert gelebt hätten. Sie verbanden die alte Zeit mit Schwarzweiß-Fotografie. Mit solchen Gedanken wollten sie sich im Garten des alten Bahnhofs gegenseitig fotografieren. Das Porträt in der Fotografie, ihr Selbstbild, war ihnen sehr wichtig.

Das Arbeiten mit der analogen Kamera beobachteten die Schüler mit ihrer digitalen Schulkamera. „Das Entwickeln der Ideen für die Porträts hat mir am meisten Spaß gemacht, weil es verschiedene Einstellungen mit unterschiedlichen Blickwinkeln gab. Wenn ich Silas fotografiere, baue ich nochmal eine ganz andere Art von Verbindung zu ihm auf.“ (Fabian, 15 Jahre)

Nachdem wir über verschiedene Papiermaterialien für eine Vergrößerung gesprochen hatten, wollte die AG neben dem Gruppenfoto als selbsterstelltem Handabzug ein auf digitalem Weg entworfenes Plakat präsentieren.

Wie war es – im Vergleich zur alltäglichen Digitalfotografie – analog zu arbeiten?
„Der Prozess in der Dunkelkammer war faszinierend, weil man anschauen konnte, wie das Bild im Entwickler kommt.“ (Tolga, 15 Jahre)

„In der Dunkelkammer kann man nochmal beim Vergrößern eines Schwarzweiß-Bildes sehr viel beeinflussen. Man kann die Wirkung über Filter steuern. Und ich will wissen, ob das Bild, was ich mir vor der Belichtung im Kopf vorgestellt habe, meinen Erwartungen entspricht. Wir sehen weniger als das, was wir um uns haben.“ (Vicky, 15 Jahre)

„Wenn ich analog fotografiere, kann ich das Bild nicht direkt ansehen und löschen. Ich finde das interessant, weil das Foto so war, wie es war. Ich kann nichts mehr ändern.“ (Silas, 15 Jahre)

„Für die Zusammenstellung unserer digitalen Bilder brauchten wir aber auch Konzentration. Es machte Spaß, zu sortieren und ein Programm kennenzulernen, in dem man die Bilder einsetzen und dann ausdrucken kann.“ (Vicky, 15 Jahre)

Wie ist die Serie entstanden? Welche Technik(en) wurde(n) benutzt?
- Analog: Hasselblad, Objektiv 150mm, Film T-Max, Polaroid, Ilford Baryt-Warmtonpapier
- Digital: Schulkamera Canon Mac II, Objektiv 24-105mm, Layout Programm Quark X Press, Farbdrucker

Seit wann existiert die Fotogruppe? Seit wann werden Fotoprojekte durchgeführt?
- Seit 2002 werden regelmäßig Foto-AGs und fotografische Projekte an der Anna-Freud-Schule angeboten. Es existiert eine Dunkelkammer, die fächerübergreifend für schulische Projekte genutzt wird. Mit der Photographischen Sammlung SK Stiftung Kultur kooperieren wir seit 2004. Regelmäßige Ausstellungsbesuche unterstützen die Vermittlung und Reflexion des Mediums Fotografie.

Welche fachliche Bedeutung hat die Fotografie für Sie?
- Die Fotografie ist für mich ein Mittel zur Wahrnehmungsschulung. Sie birgt unendlich viele Möglichkeiten, fächerübergreifend zu lernen und politisches Denken zu schulen. Jeder Heranwach-sende kann mit diesem Medium spielerisch begreifen, welches Potenzial in ihm steckt – vorausgesetzt, er lernt, bewusst Bilder zu lesen und einzusetzen.
In dieser Projektarbeit konnte sich die Foto-AG ganz individuell mit einem Thema auseinander-setzen. Zu sehen sind einige wenige Fotografien. Damit verbunden ist jedoch ein längerer Lernprozess, in dem alle viel entdecken, diskutieren und gemeinsam entwickeln wollten.

Wie wurden Sie auf den Deutschen Jugendfotopreis aufmerksam?
- Die Anna-Freud-Schule verfolgt schon länger die Arbeit des Deutschen Jugendfotopreises.

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Preisträgerfotos + 2016 + Alter: 11–15 Jahre

 

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