Timon Wichmann - Serie: Kleinod
Person
Osnabrück, 23 Jahre
Jahr
2026
Kategorie
Jahresthema
Interview
Worum geht es in deinem Foto und wie ist die Idee dazu entstanden?
Auf meinem Foto sieht man eine pinke Limousine bei Nacht. Das Besondere an dieser Szene ist, dass dieses Auto vor einer gelben Discounter-Filiale steht. Dabei beißen sich nicht nur das Gelb der Filiale und das Pink des Fahrzeugs, der Wagen ist auch länger als der Laden selbst. Dieses Motiv wollte ich unbedingt einfangen, weil es so absurd aussieht und Aspekte des gesellschaftlichen Wohlstands beleuchtet.
Für welche Techniken/Materialien hast du dich entschieden und warum?
Das Foto ist eine digitale Nachtaufnahme mit meinem Smartphone. Das Motiv fiel mir auf, während ich mit Freunden unterwegs war. Deswegen konnte ich nur versuchen, das Motiv mit der Kamera einzufangen, die ich sowieso immer dabei habe.
Wie lange hat es gedauert, bis alles fertig war?
Die Fotografie musste schnell gehen, weil ich nicht allein unterwegs war und einige Passanten auf den Straßen waren. Deswegen konnte ich das Motiv relativ schnell festhalten, nur die Belichtungszeit war etwas länger als gewöhnlich.
Was hat dir beim Prozess am meisten Spaß gemacht? Was war herausfordernd?
Am meisten Spaß hat mir gemacht, das Motiv zu entdecken und einzufangen. Herausfordernd war nur, die Szene in dem kurzen Zeitraum festzuhalten, aber die fotografierte Situation kam mir wie ein überraschendes Geschenk vor.
Was hat dir beim Prozess am meisten Spaß gemacht? Was war herausfordernd?
Ich mag es, wenn Fotografien nicht nur ihr Motiv würdigen, sondern eine tiefere Ebene bieten, über die man sich Gedanken machen kann. Ob das jetzt Impulse wie zum Beispiel Gedanken über Vergänglichkeit, gesellschaftliche Probleme, Inspiration oder das Bewusstsein sind, ist dabei nicht ausschlaggebend – es zählt für mich eher, dass man anhand der Motive reflektieren kann.
Seit wann fotografierst du und wie bist du zur Fotografie gekommen?
Ich fotografiere etwa, seitdem ich 8 Jahre alt bin, weil mein Vater begeisterter Heimatfotograf ist. Er hat mir meine erste Kamera geschenkt. Mittlerweile zeichne und male ich zwar mehr, wurde von ihm aber kürzlich auch für die analoge Fotografie begeistert.
Was fotografierst du am meisten? Welche Motive, bei welchen Gelegenheiten?
Wenn ich fotografiere, dann meistens im städtischen Raum. Am liebsten Motive aus dem Straßenleben wie Menschen in Bars, in Gesellschaft oder im kulturellen Austausch.
Was findest du an dem Medium spannend? Welche persönliche Bedeutung hat Fotografie für dich?
Fotografie bedeutet für mich, Ideen festzuhalten. Es ist für mich wie blitzschnelle Poetik, mit der ich die Sekunden eines Moments auch noch nachempfinden kann, wenn er längst vergangen ist. Damit sind Fotografien für mich auch eine effektive Grundlage für Zeichnungen und Malereien.
Hast du Vorbilder in der Fotografie?
Ich lasse mich immer wieder von Fotografien auf Instagram oder Pinterest begeistern. Richtige Vorbilder habe ich nicht, auch wenn ich die Lebenswerke großer Fotograf*innen wie Henri Cartier-Bresson oder Vivian Maier faszinierend finde.
Das Jahresthema lautete „Ein Haus, ein Boot, ein Auto.“: hattest du hierzu eine spontane Idee?
Gerade die Schlagworte „Haus“ und „Auto“ bieten sich natürlich gut an, um dazu auf der Straße nach Motiven zu suchen. Eine konkrete Idee hatte ich dabei nicht, weil ich eher wenig nach Motiven suche, sondern stattdessen festhalte, wenn sich authentisch und ehrlich faszinierende Fotografien ergeben. Ich warte zwar gerne auf den richtigen Zeitpunkt, wenn mir unterwegs Ideen für Motive kommen – genau so gerne mache ich aber spontane Momentaufnahmen.
Woran arbeitest du gerade?
Momentan arbeite ich an einer Art künstlerischer Mappe, damit ich mich für mein Kunststudium im Master in verschiedenen Städten bewerben kann. Dabei sollen auch Fotografien eine Rolle spielen, aber wahrscheinlich eher als Teil von Collagen oder bei visuellen Experimenten wie 3D-Scans oder als Textur für 3D-Modelle.