Judith Kołodziej - Serie: du bist nicht alleine
Person
Dortmund, 20 Jahre
Jahr
2026
Kategorie
Jahresthema
Interview
Worum geht es in deinem Foto und wie ist die Idee dazu entstanden?
Mit meinen Fotos möchte ich zeigen, dass niemand den Kampf gegen den Rechtsextremismus allein kämpft. Die Menschen auf meinen Fotos kennen sich nicht, sind teilweise an unterschiedlichen Tagen und in unterschiedlichen Städten auf die Straße gegangen und haben dennoch gemeinsam für eine Sache gekämpft.
Anfang 2025, als Friedrich Merz den Fünf-Punkte-Plan ankündigte und kurz danach die sogenannte Brandmauer fiel, habe ich mich unglaublich hilflos und allein gefühlt. Was mir geholfen hat, waren die Demonstrationen, die vielen Menschen und die Entschlossenheit so vieler, für unsere Demokratie zu kämpfen. Genau das will ich mit meinen Fotos zeigen und anderen Leuten nahebringen, die sich genauso hilflos fühlen, wie ich es am Anfang getan habe.
Du bist nicht allein.
Für welche Techniken/Materialien hast du dich entschieden und warum?
Ich habe mich für die digitale Fotografie entschieden, weil sie auf wuseligen Demonstrationen am flexibelsten ist.
Wie lange hat es gedauert, bis alles fertig war?
Die Arbeit an dieser Serie hat Anfang 2025 begonnen. Da es sich um ein fortlaufendes Projekt handelt, ist es jedoch noch nicht abgeschlossen.
Was hat dir beim Prozess am meisten Spaß gemacht? Was war herausfordernd?
Bei der Arbeit an der Fotoserie bin ich vielen Menschen begegnet. Oftmals musste ich über meinen Schatten springen, um die Personen anzusprechen. Das hat mir viel Spaß gemacht! Gleichzeitig war es aber auch sehr herausfordernd, da es viele Menschen gab, die nicht von mir fotografiert werden wollten. Das war manchmal sehr frustrierend.
Was liegt dir bei deiner Arbeit besonders am Herzen? Was möchtest du den Menschen mitgeben?
Ich möchte den Menschen mitgeben, niemals die Hoffnung und vor allem nicht den Mut zu verlieren. Wir sind viele und wir schaffen das.
Gemeinsam gegen den Rechtsruck!
Seit wann fotografierst du und wie bist du zur Fotografie gekommen?
Ich fotografiere, seit ich denken kann. Natürlich gab es in meiner Kindheit mal mehr und mal weniger aktive Phasen, aber das Thema Fotografie hat mich schon immer sehr interessiert. Ich denke, dass mein Vater maßgeblich zu dieser Begeisterung beigetragen hat.
Was fotografierst du am meisten? Welche Motive, bei welchen Gelegenheiten?
Ich fotografiere am liebsten dokumentarisch! Ob es sich um eine Demonstration, eine Hochzeit, ein Handwerk oder etwas Privates handelt, ist mir gleich. Wichtig ist mir vor allem, dass sich die Menschen auf meinen Fotos wohlfühlen.
Was findest du an dem Medium spannend? Welche persönliche Bedeutung hat Fotografie für dich?
Für mich ist Fotografie eine Art, Menschen die Welt durch meine Augen sehen zu lassen. Mithilfe von Bildern kann ich Dinge festhalten und sichtbar machen, die sonst vielleicht unsichtbar geblieben oder verflogen wären.
Hast du Vorbilder in der Fotografie?
Ich lasse mich vor allem gern von Flinta-Personen oder jungen Fotograf:innen inspirieren!
Rineke Dijkstra, Sibylle Fendt, Ashkan Shabani, Leon Adam Haas
Was hältst du von Fotowettbewerben? Hast du schonmal an einem Wettbewerb teilgenommen?
Ich finde, Fotowettbewerbe sind eine tolle Möglichkeit, seine Bilder aus einer neuen Perspektive zu betrachten, sich an neue Themen heranzutrauen und vor allem auch selbstbewusster mit seinen Arbeiten zu werden!