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Jona Tophinke - Serie: Hàng-Đẫy-Stadion

Person

Wohltorf, 19 Jahre

Jahr

2026

Kategorie

Alter: 16–20 Jahre

Interview

Worum geht es in deinem Foto und wie ist die Idee dazu entstanden?
Mein Vater und ich haben schon lange die Tradition, Fotos auf Fußballplätzen zu machen. „Football Pitches around the World“ nennen wir das. Neben Bahn und Kirche ist das Fußballstadion einer der wenigen Orte, an denen Gesellschaft sich noch trifft. Hier werden die Erzählungen unserer Zeit verhandelt. Deshalb haben wir auch in Hanoi ein Fußballspiel des örtlichen Teams besucht und waren fasziniert, wie Fußballkultur jenseits einer eurozentristischen Vorstellung funktionieren kann.

Für welche Techniken/Materialien hast du dich entschieden und warum?
Ich habe mit einer kompakten Kamera der Firma Canon fotografiert. Das war die einzige Kamera, die ich dabei hatte.

Wie lange hat es gedauert, bis alles fertig war?
Alle Fotos sind an einem Abend entstanden. Am längsten hat der Prozess gedauert, jene sechs Fotos auszuwählen, die den Abend am besten erzählen.

Was hat dir am meisten Spaß gemacht? Was war herausfordernd?
Vor dem Spiel war unklar, ob Kameras im Stadion erlaubt sind. Wir hatten Zeitdruck und ich versteckte sie einfach unter meiner Jacke. Wenn ich auslösen wollte, holte ich die Kamera heraus und achtete darauf, dass niemand es mitbekam. Daher hatte ich immer nur kurze Zeitslots, um den richtigen „Frame“ zu finden.

Seit wann fotografierst du und wie bist du zur Fotografie gekommen?
Mit 6 Jahren nahm ich das alte iPhone 4 meines Vaters und fotografierte alle Personen, mit denen wir Weihnachten verbrachten, mit einer umgedrehten Basecap. Das fand ich ein klasse Projekt. Gegenwartsbeobachtung machte mir immer großen Spaß. Fotografie bietet sich als visuelles Medium toll dafür an.

Was findest du an dem Medium spannend? Welche persönliche Bedeutung hat Fotografie für dich?
Ich hatte schon immer Spaß daran, meine Beobachtungen festzuhalten. Das geht durch Sprache, auf der Bühne oder mit Fotos. Als Fotograf*in hat man die Macht, Tatsächliches in einen neuen Kontext zu setzen. 

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
Aus vergangenen Zeiten fasziniert mich Henri Cartier-Bresson mit seinem entscheidenden Augenblick. Wolfgang Tillmans und Nobuyoshi Araki finde ich auch genial.

Woran arbeitest du gerade?
Ich laufe mit offenen Augen durch den Alltag und habe meistens eine Kamera dabei. Außerdem arbeite ich konzeptuell an kommenden Projekten.

Weitere Arbeiten aus dem Jahr 2026