Meret Eberl - Serie: NBSW
Person
Berlin, 25 Jahre
Jahr
2026
Kategorie
Alter: 21–25 Jahre
Interview
Für welche Techniken/Materialien hast du dich entschieden und warum?
Ich habe mich in dem Prozess recht schnell dazu entschieden, im analogen Mittelformat zu arbeiten. Es ist ein sehr viel langsamerer und für mich ein handwerklich spürbarer Prozess, der auch den Protagonist*innen dabei hilft, zur Ruhe zu kommen. Es macht für mich einen besonderen Zwischenraum in der Begegnung auf.
Wie lange hat es gedauert, bis alles fertig war?
Wenn man die Recherche mit einrechnet, habe ich in meinem Studium zwei Jahre an „NBSW“ gearbeitet. Meine persönliche Weiterbildung im Thema, der Kontakt zu den Protagonist*innen und das Arbeiten mit dem analogen Filmmaterial sind Aspekte, die im gesamten Prozess viel Zeit brauchten.
Was hat dir beim Prozess am meisten Spaß gemacht? Was war herausfordernd?
Der vertrauensvolle Kontakt mit den Protagonist*innen war für mich unglaublich bereichernd. Ich habe tolle Leute kennengelernt und diese Begegnungen mit meinem liebsten Werkzeug einfangen zu können, das macht mir Riesenfreude. Herausfordernd ist darin für mich, den Themen, mit denen ich mich befasse, möglichst gerecht werden zu wollen. Meinen persönlichen Blick zu zeigen und dennoch genügend Raum für die Personen zu ermöglichen, deren Geschichten das Projekt ausmachen.
Was liegt dir bei deiner Arbeit besonders am Herzen? Was möchtest du den Menschen mitgeben?
Ich möchte, dass Menschen zugehört wird, wenn sie ihre Lebensrealität teilen. Ich finde es ein unglaubliches Privileg, in Erfahrungen von Menschen eintauchen zu dürfen. Und das komplette Wahrnehmen und Sehen jeder Person braucht Augenhöhe.
Die Bereitschaft, diese Augenhöhe als Ausgangspunkt zu erarbeiten, möchte ich bei Menschen, die sich die Bilder ansehen, einfordern oder anregen.
Seit wann fotografierst du und wie bist du zur Fotografie gekommen?
Ich liebe Geschichten. Das war schon immer so – und Bilder schaffen genau das. Mit 17 Jahren habe ich das erste Mal bewusst mit einer analogen Kamera meiner Eltern fotografiert. Von da an hat mich die Fotografie intensiver begleitet. Später habe ich an der Ostkreuzschule für Fotografie studiert und arbeite seit 2021 als freie Fotografin und Assistentin in diesem Bereich.
Durch mein Werkzeug „Fotografie“ kann ich so stetig in ganz unterschiedliche Geschichten und Themen eintauchen.
Was findest du an dem Medium spannend? Welche persönliche Bedeutung hat Fotografie für dich?Die Widersprüchlichkeit des Mediums fasziniert mich.
Es ist ein dokumentarisches Mittel, das ganz subjektive Perspektiven erfahrbar macht. Pure Technik - im Analogen mit Chemie als Basis – die ganz persönlichen Emotionen auslösen kann.
Und für mich ist sie ein Werkzeug, um Menschen und Zuständen näherkommen zu können und diese Begegnungen für andere erfahrbar zu machen. Magie eigentlich.
Woran arbeitest du gerade?
Ich arbeite unter anderem daran, „NBSW“ zu erweitern. Dafür treffe ich gerade neue und vertraute Protagonist*innen.
Parallel dazu widme ich mich einem neuen, persönlichen Projekt, das transgenerationell geprägte Beziehungsmuster in meinem eigenen Umfeld untersucht.