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Martha Roschmann - Serie: The Best of Days

Person

Berlin, 23 Jahre

Jahr

2026

Kategorie

Alter: 21–25 Jahre

Interview

Worum geht es in deinem Foto und wie ist die Idee dazu entstanden?
Dieses Foto ist Teil meiner Arbeit "The Best of Days", in der ich Kinder und Jugendliche in Ferienlagern begleitet habe. Für mich ist dieses Foto ein Schlüsselbild der Serie, da es die Ambivalenz beschreibt, die es in Ferienlagern unumgänglich gibt. Zwischen Freude und Einsamkeit, zwischen Zusammenhalt und Traurigkeit.

Für welche Techniken/Materialien hast du dich entschieden und warum?
Den Hauptteil meiner Arbeit habe ich mit einer Digitalkamera fotografiert. Um das Thema breiter zu erzählen, habe ich außerdem Polaroidbilder vom Essen gemacht sowie verlorene Spielkarten gesammelt und einige der Jugendlichen darum gebeten, Briefe zu verfassen. Dadurch bekommt man als betrachtende Person einen breiteren Eindruck für diese Welten und kann hoffentlich noch tiefer eintauchen.

Wie lange hat es gedauert, bis alles fertig war?
Insgesamt habe ich etwa eineinhalb Jahre an dem Projekt gearbeitet und war bei acht verschiedenen Fahrten dabei. Dabei waren die Längen sehr unterschiedlich, meistens gingen die Fahrten über ein langes Wochenende oder eine Woche. Die längste Zeit waren zwei Monate, da habe ich aber im Camp auch als Fotografin gearbeitet, wodurch ich mir die Reise und andere Kosten des Projekts finanzieren konnte.

Was hat dir beim Prozess am meisten Spaß gemacht? Was war herausfordernd?
Ich fand es toll, mit den Kindern und Jugendlichen zusammenzuarbeiten und in ihre Welt einzutauchen. Viele der Ferienlager hatten eine Spezialisierung, und so konnte ich zum Beispiel für eine kurze Zeit in die Welt des Orchesters, des Basketballs und des Theaters eintauchen. Herausfordernd war vor allem das Organisieren der Fahrten und der Fotoerlaubnisse.

Seit wann fotografierst du und wie bist du zur Fotografie gekommen?
Ich fotografiere ungefähr, seitdem ich 14 bin. Inspiriert wurde ich von meinem älteren Bruder, bei dem ich schon früh mal die Kamera ausgeliehen habe.

Was findest du an dem Medium spannend? Welche persönliche Bedeutung hat Fotografie für dich?
Fotografie ist, wie ich finde, eines der spannendsten und demokratischsten Medien, das wir haben, und fast grenzenlos vielfältig. Ich finde besonders die Spanne zwischen dokumentarischer und künstlerischer Fotografie spannend und mich interessiert, wie diese Kategorien ineinander verfließen, sich aber auch abgrenzen.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
Ich versuche, von so vielen Menschen in der Fotografie zu lernen wie möglich, ohne dabei jemanden zu vergöttern oder mich zu sehr auf eine Person oder einen Stil festzufahren. Ich habe für mich gelernt, dass ich nur so auch einen eigenen Stil entwickeln kann. Natürlich gibt es Phasen, in denen ich zum Beispiel gerade eine*n neue Fotograf*in entdeckt habe und mir viel von der Person anschaue. Meistens lerne ich von Fotobüchern.

Woran arbeitest du gerade?
Gerade arbeite ich an einem Projekt über Militarismus in Deutschland und den USA. Die letzten Monate habe ich in den USA untersucht, wie vor allem junge Menschen unterbewusst durch die Präsenz des Militärs in alltäglichen Landschaften, Popkultur und Schulen geprägt werden. In Deutschland knüpfe ich daran gerade in Hinsicht auf die potenzielle Wiedereinführung der Wehrpflicht an und untersuche, wie dafür Infrastrukturen geschaffen und Werbung gemacht wird. Außerdem interessiert mich, wie junge Erwachsene auf diese Neuerungen reagieren.

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