Pha Catherine Croissant - Serie: Silken roots
Person
Heidelberg, 24 Jahre
Jahr
2026
Kategorie
Experimente
Interview
Worum geht es in deinem Foto und wie ist die Idee dazu entstanden?
In meiner Arbeit fotografiere ich meine Familie in Thailand. Ich hatte lange Zeit eine komplizierte Beziehung zu ihnen. Da ich das Gefühl hatte, ihnen mit meinen Fotografien nicht gerecht zu werden, habe ich mich entschlossen, die Bilder in etwas zu transformieren, das sich sehr materiell wertvoll und einzigartig angefühlt hat.
Für welche Techniken/Materialien hast du dich entschieden und warum?
Cyanotypie, da ich den Gedanken mochte, die Sonne, auf die ich keinen Einfluss habe und die überall auf der Welt ist, als eine Art Grundmaterial zu nutzen. Außerdem ist Cyanotypie eine gute Chemikalie, um Seide einzufärben.
Wie lange hat es gedauert, bis alles fertig war?
Schwer zu sagen. Die Fotos sind über mehrere Jahre entstanden. Der Cyanotypie-Prozess war nach ein bis zwei Wochen fertig.
Was hat dir beim Prozess am meisten Spaß gemacht? Was war herausfordernd?
Die Ungewissheit, wie das Bild letztlich auf der Seide aussehen wird, wie sich Kontraste und Sättigung verhalten, und das Ausprobieren.
Was liegt dir bei deiner Arbeit besonders am Herzen? Was möchtest du den Menschen mitgeben?
Der Versuch, aus den Fotos etwas Materielles zu schaffen, etwas, das man in den Händen halten kann, etwas Greifbares und unglaublich Kostbares.
Seit wann fotografierst du und wie bist du zur Fotografie gekommen?
Ich habe mit 12 oder 13 angefangen. Es hat mir schon immer Spaß gemacht, und glücklicherweise macht es mir mit der Zeit immer mehr und mehr Spaß.
Was fotografierst du am meisten? Welche Motive, bei welchen Gelegenheiten?
Menschen, zu denen ich eine Verbindung spüre. Die Verbindung kann noch so klein sein. Ich glaube, das ist das Schöne an Porträtfotografie: sich gegenseitig versuchen, zu sehen.
Was findest du an dem Medium spannend? Welche persönliche Bedeutung hat Fotografie für dich?
Fotografie ist für mich etwas sehr Emotionales und Intuitives. Gleichzeitig liebe ich konzeptionelle Fotografie, hinter der eine klare Idee oder ein Gedanke steht. Sie hat eine unglaubliche Macht, Dinge auszudrücken, für die man manchmal keine Worte findet. Ich denke, es ist wichtig, sich die Freiheit zu nehmen, sowohl intuitiv als auch konzeptionell zu arbeiten und herauszufinden, welche Form des Ausdrucks sich für die jeweilige Idee am besten eignet.
Dabei ist es mir wichtig, mir dieser Macht der Fotografie bewusst zu sein und sie bewusst zu nutzen. Fotografie kann etwas unglaublich Persönliches sein, dass man mit anderen teilt, aber gleichzeitig auch etwas Großes und Gesellschaftliches, zu dem man einen persönlichen Zugang findet.
Hast du Vorbilder in der Fotografie?
Es gibt viele Fotografinnen, die ich inspirierend finde. Unter anderem zählen dazu: Sabiha Çimen, Nan Goldin, Okabe Momo, Ishikawa Mao, Watanabe Hitomi und Rineke Dijkstra.
Was hältst du von Fotowettbewerben? Hast du schon mal an einem Wettbewerb teilgenommen?
Ich halte gar nichts von Fotowettbewerben. Sie sagen in den wenigsten Fällen etwas über die Qualität einer Arbeit aus. Trotzdem bewerbe ich mich.
Woran arbeitest du gerade?
Das teile ich, wenn es soweit ist.