Nikita Bitsch - Serie: Filmcollagen
Person
Schutterwald, 21 Jahre
Jahr
2026
Kategorie
Experimente
Interview
Worum geht es in deinem Foto und wie ist die Idee dazu entstanden?
Die Arbeiten sind Collagen aus zerschnittenen und neu zusammengesetzten Schwarzweiß-Negativen. Ich mache manchmal Collagen und kam dann irgendwann auf die Idee, dass ich das ja auch mit Negativen machen könnte. Erst viel später sind die Arbeiten dann für eine Ausstellung zum Thema „Verbindungen“ entstanden.
Für welche Techniken/Materialien hast du dich entschieden und warum?
Alle Fotos sind auf APX400 geschossen, Schwarzweißfilm entwickle ich selbst zuhause. Die Negative habe ich dann einfach mit einer Schere zerschnitten und die Collagen mit Klebeband direkt auf den Scanner geklebt und so gescannt. In Photoshop habe ich noch mit einigen Masken Belichtung und Kontrast bearbeitet, um die verschiedenen Fotos aneinander anzupassen.
Wie lange hat es gedauert, bis alles fertig war?
Ich denke, insgesamt etwa 2-3 Wochen? Eine Rolle habe ich in Italien geschossen, die zweite, als ich wieder zuhause war. Bis zum Entwickeln ist ein wenig Zeit vergangen, und die Collagen habe ich alle an einem Tag angefertigt und am nächsten Tag bearbeitet.
Was hat dir beim Prozess am meisten Spaß gemacht? Was war herausfordernd?
Am meisten Spaß hat mir das Zerschneiden und Zusammenfügen der Negative gemacht. Und das anschließende Scannen, wo ich die Ergebnisse sehen konnte. Herausfordernd war das Bearbeiten, da ich erst viel ausprobieren musste, bis ich zufrieden war.
Was liegt dir bei deiner Arbeit besonders am Herzen?
Was möchtest du den Menschen mitgeben? Ich mag, wie frei man die Arbeiten interpretieren kann. Ich möchte nicht unbedingt etwas Spezifisches mitgeben, ich finde es schön, wenn jede Person die die Bilder betrachtet, sich selbst Gedanken machen kann.
Seit wann fotografierst du und wie bist du zur Fotografie gekommen?
Ich habe schon immer ein bisschen fotografiert, so richtig angefangen habe ich aber zu Beginn meines Studiums vor ca. 3 Jahren. Ich hatte eine alte Digicam, die ich dann für etwa 2 Wochen benutzt habe, bevor sie kaputtgegangen ist. Das hat aber gereicht, um zu merken, dass Fotografie mir unheimlich viel Spaß macht.
Was fotografierst du am meisten?
Welche Motive, bei welchen Gelegenheiten? Am meisten fotografiere ich Menschen, die ich interessant finde. Ich beschäftige mich viel mit Street Photography. Besonders wenn ich im Ausland bin, kann ich mich in dem Bereich austoben. Aber auch Dokumentarfotografie finde ich sehr interessant. Ich mag es, zu dokumentieren und Geschichten durch Bilder zu erzählen.
Was findest du an dem Medium spannend?
Welche persönliche Bedeutung hat Fotografie für dich? Ich finde spannend, dass ich die Welt zeigen kann, wie ich sie wahrnehme. Ein Foto ist ein bisschen wie ein Blick durch meine Augen. Ich kann festhalten, was ich interessant finde. Wenn ich meine Kamera dabeihabe, ist die Welt mein Atelier, und ich kann überall Kunst machen.
Hast du Vorbilder in der Fotografie?
Ich bin sehr begeistert von den Arbeiten von Jeremy Paige (eatenbyflowers) und Trevor Wisecup. Wisecup war einer meiner ersten Berührungspunkte mit Straßenfotografie und die Fotos von Paige finde ich einfach unglaublich.
Was hältst du von Fotowettbewerben? Hast du schonmal an einem Wettbewerb teilgenommen?
Ich finde, mehr Künstler sollten an Wettbewerben teilnehmen. Es ist eine Möglichkeit seine Kunst zu zeigen, und sich mehr mit verschiedenen Themen sowie seinen eigenen Arbeiten auseinanderzusetzen. Man hat ja nichts zu verlieren, wenn man teilnimmt. Ich reiche öfter meine Fotos bei Wettbewerben ein, wie z.B. beim Jugendkunstpreis (Baden-Württemberg), bei dem ich 2024 Preisträger sein durfte.
Woran arbeitest du gerade?
Aktuell arbeite ich an meinem ersten Fotobuch. Eine Serie über einen Fahrradmechaniker, der aber eigentlich Jugendhelfer ist. Ich habe in den letzten Monaten viel Zeit mit ihm und verschiedenen Jugendlichen in seiner Werkstatt verbracht. Das Buch entsteht im Rahmen meines Studiums in Offenburg und ich fotografiere alles analog.