Maximilian Borchardt -
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Serie: showdogs

Maximilian Borchardt

Schwetzingen, 25 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2020
Freie Themenwahl | Altersgruppe D (21-25 Jahre)

Auszeichnung 300 € 

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Interview

Wie bist du auf die Idee zu deiner Serie gekommen?
- Als Kind hatte ich furchtbar Angst vor Tieren, vor allem vor Hunden und Pferden. Mittlerweile ist das zum Glück kein Problem mehr. Im dritten Semester ist eine Fotostrecke zu deutschen Zuchthunden entstanden, da kam es zu ersten Berührungspunkten mit Züchtern und Ausstellern. Das fand ich total interessant – und ich habe deshalb jetzt, zwei Jahre später, die Serie „showdogs“ zu diesem Thema fotografiert.

Was möchtest du mit deinen Bildern vermitteln?
- So sehr Tiere auch im Mittelpunkt zu stehen scheint bei diesen Tierausstellungen: Sie werden dort nur instrumentalisiert. Sie werden über Generationen zu einem mensch-gemachten Ideal hin gezüchtet. Das Ganze macht deutlich: In unserer gelebten Wirklichkeit spielen der Wert und die Selbstbestimmung eines nicht-menschlichen Lebens leider kaum eine Rolle.

Was fasziniert dich an der Serie?
- Die Bilder zeigen, wie auf einer Theaterbühne inszeniert, die Aussteller mit ihren Hunden. Einige Bilder drücken sehr gut aus, dass die Aussteller ihre Tiere wirklich lieben. Sie werden von ihnen frisiert oder umarmt. Andere Bilder wiederum stellen dar, wie die Tiere über lange Wartezeiten hinweg in Käfigen ausharren müssen. Über die Kritik an Hundeausstellungen hinaus soll die Serie unseren Umgang mit anderen Lebewesen infrage stellen.

Wie war die Atmosphäre vor Ort, wie hast du die Hundebesitzer erlebt?
- Für die Tiere ist die Situation ein enormer Stress, und das merkt man. Überall bellen und jaulen Hunde, die Säulen in der Messehalle sind mit Frischhaltefolie gegen Urin geschützt und die Wege sind gesäumt mit Käfigen und Transportboxen, in denen selten nur ein Hund sitzt. Es herrscht eine Atmosphäre wie bei einem Wettkampf. Die Aussteller und Hundebesitzer waren zu großen Teilen super freundlich, fast schon euphorisch. Da ich mit Presseausweis unterwegs war, waren die meisten sogar sehr motiviert, mir ihre Hunde zu präsentieren.

Wie ist die Serie entstanden?
- Ich habe mit einer Fujica GS645 und einem Metz-Aufsteckblitz auf Kodak Portra 160 Rollfilm fotografiert. Danach habe ich diesen entwickeln lassen und eingescannt. Später habe ich in Photoshop die Farben korrigiert, Kratzer sowie Dreck retuschiert und anschließend die Bilder vom Look einander angeglichen.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
- Ich fotografiere seit ca. 10 Jahren. Damals habe ich meinen Bruder oft beim Skaten fotografiert und gefilmt. Über ihn bin ich dann auch zu einer Ausbildung als Fotoassistent gekommen und später zur analogen Fotografie. Mittlerweile studiere ich Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Fotografie.

Was fotografierst du am meisten?
- Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal sind es ganz kleine Dinge, die ich entdecke, oder einfach nur Situationen, die ich beobachte. Meistens ist es aber so, dass ich Strecken plane.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
- Da gibt es viele, aktuell wohl Alex Webb und Alec Soth.

Wo und wem zeigst du deine Bilder?
- Ich habe lange nur fotografiert und jede Menge Bilder angesammelt. Seit letztem Jahr stelle ich aber auch regelmäßig aus. Unter anderem bei der OFF//FOTO 2020.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
- Das ist eine schwierige Fragestellung. Ich denke, ich habe durch die Fotografie einen roten Faden für mich gefunden.

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