Kaddy Darboe
Person
Berlin, 8 Jahre
Jahr
2026
Kategorie
Alter: bis 10 Jahre
Interview
Worum geht es in deinen Fotos und wie ist die Idee dazu entstanden?
In meinen Fotos geht es darum, was ich interessant finde, und das habe ich fotografiert.
Mein Thema war, dass ich spannende Sachen mit meinen Eltern mache. Wir waren zum Beispiel im Prinzenbad, da habe ich ein Foto gemacht. „Auf dem Weg zum Prinzessinnenbad“ heißt das.
Dann hab ich noch eins gemacht. „Hasenmama“ heißt das. Dafür habe ich ein Bild von meiner Mama gemacht und den Filter mit den Hasenohren auf ihren Kopf gesetzt – mit meiner Kamera.
Und dann noch „Dream Team“ – da hab ich einfach ein Foto gemacht, ein normales, wo Papa und Mama sich so umarmt haben und das Peace-Zeichen zeigen. Ich fand, dass sie da irgendwie ein super Team sind.
Auf einem anderen Bild war Papa drauf und ich hab ihm so Kunstplastik auf den Kopf gesetzt. Das sind so goldene Schnüre, die kann man auch als Geschenkschnüre nehmen. Da hab ich ihm ein großes Knäuel auf den Kopf gesetzt und ein Foto gemacht. Das Foto heißt „Daddy King“, weil ich fand, dass das Gelbe da auf seinem Kopf aussah wie eine Krone.
Und ich hab noch ein Foto, da umarmen Mama und Papa sich und ich hab die beiden – mit dem Filter auf meiner Kamera – in einen Rock gesteckt. Das fand ich einfach lustig. Das Bild hab ich „Mama und Papa im Rock“ genannt und fand es richtig schön.
Ich glaube, das letzte Bild war „Mama und Papa auf dem Weg zum Prinzessinnenbad“. Da habe ich so einen grünen Filter benutzt. Der Bildschirm ist dann so grün auf meiner Kamera. Und dann konnte man ein Foto knipsen. Ja, und dann hab ich die Füße von den beiden fotografiert, während die in Badelatschen waren, mit der Tasche fürs Schwimmbad.
Für welche Techniken/Materialien hast du dich entschieden und warum?
Ich hab mich für die Filter auf meiner Kamera entschieden und dafür, diese auf die Bilder von meinen Eltern anzuwenden. Die Filter verändern ein Bild irgendwie. Die machen es schöner, aber manchmal auch nicht schöner, manchmal auch hässlicher.
Ich find's lustig, wenn meine Eltern lachen und ich den Filter auf den Kopf oder ins Gesicht oder so setze.
Ja, in echt könnte ich meine Mama und meinen Papa gar nicht in einen Rock stecken. Aber mit dem Filter klappt's. Und die Welt kann ich nicht überall mit einem grünen Bildschirm anstreichen oder so. Ja, aber mit dem Filter geht das auch.
Wie lange hat es gedauert, bis alles fertig war?
Das ging eigentlich blitzschnell. Einfach schnell einen Filter aussuchen. Zum Beispiel jetzt einen Herzfilter. Und dann bewege ich die Kamera so nach da und dann kann man das …
Was hat dir beim Prozess am meisten Spaß gemacht?
Dass ich die Bilder einfangen konnte. Die Erinnerungen konnte ich einsammeln und einfangen. Und jetzt hab ich die für immer. Darüber bin ich ganz froh. Und es hat mir auch ganz doll Spaß gemacht, die Filter auf meine Eltern zu setzen. Da hab ich ganz viel gelacht.
Was war herausfordernd?
Dass meine Eltern sich die ganze Zeit bewegt haben. Dann war es schwer, die Filter dahin zu setzen, wo ich wollte.
Was liegt dir bei deiner Arbeit besonders am Herzen? Was möchtest du den Menschen mitgeben?
Schöne Erinnerungen und tolle Fantasiewelten.
Seit wann fotografierst du und wie bist du zur Fotografie gekommen?
Seit ich die Kamera von meiner Mama geschenkt bekommen habe. Das war, glaube ich, als ich fünf oder vier war.
Was fotografierst du am meisten? Welche Motive, bei welchen Gelegenheiten?
Ich fotografiere gerne die Natur und meine Eltern. Und wie meine Eltern mit Filtern sind – mit Hasenohren oder einem Rock oder einer schönen Brille oder einem Hut oder einem Löwengesicht. Und die Natur und da, wo wir hingehen, fotografiere ich auch gerne. Und große, schöne Gebäude und Museen.
Was findest du an dem Medium spannend? Welche persönliche Bedeutung hat Fotografie für dich?
Dass, wenn man Fotos macht, die Erinnerungen bleiben. Und bei jedem sieht die Erinnerung anders aus. Dass zum Beispiel hier eine Statue steht und man ein Foto von der Familie macht. Und das will jemand anderes auch mit seiner Familie machen, stellt sich vor die Statue und macht das auch. Dann sieht's unterschiedlich aus. Weil das sind die verschiedenen Familien und er hat einen anderen Platz genommen, an dem das fotografiert wird.
Hast du Vorbilder in der Fotografie?
Ja, meine Mama! Diese Fotos an der Wand hat meine Mama selber fotografiert.
Was hältst du von Fotowettbewerben? Hast du schon mal an einem Wettbewerb teilgenommen?
Ich find's ganz schön cool. Ich hab auch beim Europäischen Wettbewerb teilgenommen. Und hab da auch einen Preis gewonnen.
Cool finde ich daran: Man macht einen Wettbewerb, zum Beispiel: Wer das schönste Bild vom Eiffelturm macht, gewinnt einen tollen Preis. Das mag ich halt, wenn man die Erste ist, die da ein richtig schönes gemacht hat. Find ich halt schön, so was zu haben, einen Preis mit nach Hause zu nehmen und darauf stolz zu sein.
Woran arbeitest du gerade?
Meine Mama hat mir auf meinem Tablet so eine App – die heißt „Color by Number“ – runtergeladen. Da kann man Bilder fotografieren oder auf einer freien Leinwand selber Bilder malen. Man kann fotografieren und dann die Bilder, die man fotografiert hat, ausmalen.
Und davon will ich noch ganz viele Fotos machen. Ich glaube, ich hab dann, wenn ich groß bin, ganz viele Alben voll mit Fotos.