Philippe Gerlach
Person
Burghausen, 24 Jahre
Jahr
2006
Kategorie
Alter: 21–25 Jahre
Preis
Prämie 100 €
Interview
- Seit wann fotografierst Du?
- Seit 2001.
- Wie bist Du dazu gekommen?
-- Ich habe die ganze Schulzeit hindurch ausschließlich gezeichnet und war mir auch sicher, das fortsetzen zu wollen und bin mit einer Mappe voller Zeichnungen beim Studiengang Visuelle Kommunikation in Linz angenommen worden. Irgendwann im ersten Jahr auf der Universität hat sich mein Schwerpunkt dann komplett hin zur Fotografie verlagert.
- Was hat Dich zu den Fotos, die jetzt beim Deutschen Jugendfotopreis prämiert wurden, gebracht?
-- Die Fotos die ich beim Preis eingereicht habe, sind Teil einer Serie über eine kleine Punkszene in einer bayrischen Kleinstadt, die mich schon während meiner Schulzeit dort dermaßen faszinierte, dass ich mit einem Freund ein kleines Heft darüber herausgebracht habe. Als dann durch den Umzug nach Linz mein Interesse an der Fotografie geweckt war, schien mir diese ein großartiges Medium die Szenerie dort nochmals zu beschreiben.
- Wie hast Du die Fotos gemacht?
-- Die Fotografien sind sämtlich Schnappschüsse mit einer Kompaktkamera. Die Personen darauf sind mir aber sämtlich bekannt und sich auch bewusst, dass ich fotografiere.
- Versiehst Du Deine Fotos mit Titel/Text?
-- Nein, weil das die Interpretation/den Eindruck in eine bestimmte Richtung lenken würde und ich möchte die Reaktion des Betrachters auf der verbalen Ebene eigentlich nicht beeinflussen. Text kann zur Erklärung des Sujets nach Betrachtung der Bilder eingesetzt werden, damit man sie sich dann unter neuen Vorzeichen noch einmal betrachten kann. Ein Titel setzt aber, denke ich, in der Wahrnehmung fast gleichzeitig zum Bild ein, und das stört mich...
- Welche Technik hast Du benutzt?
-- Kompaktkamera mit Blitz und sw-Film
- Wie präsentierst Du Deine Fotos?
-- Auf www.tinyvices.com/portfolios und www.noname-magazine.com (nnm#7)
Ich habe schon bei verschiedenen Ausstellungen mitgemacht und im Oktober wird ein Buch, für das ich mit dem B-Store London und Kilimanjaro Magazine zusammengearbeitet habe, veröffentlicht.
- Hast Du eine eigene Homepage?
-- www.philippegerlach.com
- Hast Du Vorbilder in der Fotografie?
-- Ich mag die Konsequenz von Nan Goldin oder Ryan McGinley. Sie arbeiten ausschließlich mit ihnen nahe stehenden Personen und erreichen so, jenseits von Technik und Beautyvorgaben, allein durch das Zusammenleben mit ihren Subjekten, einen psychologischem Level, auf dem alles so real erscheint, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Im Filmbereich schätze ich die skandinavischen Dogma95-Filmer und Harmony Korine.
- Welche persönliche Bedeutung hat Fotografie für Dich?
-- Im Moment mache ich eigentlich nichts anderes...
- Malst Du, schreibst Du auch, machst Du Musik oder Videos?
-- Ich zeichne noch sehr selten...
- Wie wird in Deinem Umfeld Dein Hobby gesehen?
-- Es ist kein Hobby. Ich denke meine Verwandten haben sich damit abgefunden und schauen mal wohin das führt....
- Hast Du Kontakt zu anderen (jungen) Fotografen, arbeitest Du allein oder auch mal in einem Team?
-- Durch die Uni habe ich automatisch Kontakt zu anderen Fotografen.
Im Moment bin ich zum Beispiel Teil des "Jugend auf dem Lande"-Projekts, bei dem jeweils 3 Fotografen aus 8 europäischen Ländern unter dieser Themenstellung arbeiten. Allerdings arbeitet dort jeder an einem eigenen Projekt, sodass am Ende ein umfassender Überblick über die Situation Jugendlicher in den ländlichen Regionen Europas entstehen kann. Ab 2008 werden die Arbeiten dann als Wanderausstellung in den Teilnehmerländern präsentiert werden.
Weitere Arbeiten aus dem Jahr 2006