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Deutscher Jugendfotopreis 2008

 

Preisträger mit Jurybegründungen

 

 

Infos:

Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland
www.kjf.de
www.jugendfotopreis.de

Tel.: 02191 794 -238
E-Mail:

 

Preisträger Deutscher Jugendfotopreis 2008

Preise des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend


Preisträger der Altersgruppe A (bis 10 Jahre)


1. Preis: 500 Euro
Isabel Masri - Alter: 10 Jahre
14199 Berlin

Jurybegründung:

Der jungen Bilder-Macherin Isabel Masri ist eine äußerst originelle Arbeit gelungen. Sie benutzt die Kamera, um ihre Objekte ins Bild zu setzen und in dieser Anordnung für immer zu behalten. Und sie geht noch einen Schritt weiter, verfremdet die Bilder am Computer und konzipiert daraus eine Serie. Isabel tut das auf wunderbar spielerische Weise: Sie dreht an den Farben, bis es so bunt wird, wie es ihr gefällt. Sie erhöht den Kontrast und man sieht kaum noch, dass hier Schmuck abgebildet ist. Sie verdreht die Farben, „malt“ mit dem Computer …
So sind Kinder: wunderbar kreativ, konzentriert an einer Sache und offen, Dinge auf ganz eigene Art zu tun. Sie experimentieren, gestalten ihre Umwelt und nutzen alle Techniken gewinnbringend für ihr eigene Phantasie
– wenn man sie lässt.

 

2. Preis: 300 Euro
WABE-Kita Sibeliusstraße - Alter (im Durchschnitt): 5 Jahre
22083 Hamburg

Jurybegründung:

Eine Alltagsszene auf dem Spielplatz: Ein Kind will die Rutschbahn herunterrutschen. Unten steht ein fein gekleidetes Mädchen, gibt den Weg nicht frei und schaut nach oben. Zwei weitere Kinder sitzen im Sandkasten und unterhalten sich. So einfach sind die Zutaten für ein tolles Foto – wenn sie so gekonnt kombiniert sind wie hier. Der schöne Bildaufbau beeindruckt dabei besonders. Die geschwungene Form der Rutschbahn gliedert das Foto in oben und unten. Auf dem Blech der Rutsche spiegelt sich das Mädchen. Unweigerlich entsteht eine Kommunikation zwischen den Personen auf dem Bild und dem Betrachter des Fotos. Die besten Motive findet man eben in der nächsten Umgebung, im Alltag. „Dieses Bild ist einfach wunderbar“, „Toll gemacht!“, „Sehr gut gesehen“, so die spontanen Kommentare der Jury zum Foto von der Kindergruppe der WABE-Kita Sibeliusstraße.


3. Preis: 200 Euro
WABE-Kita Lichtwarkhaus - Alter (im Durchschnitt): 5 Jahre
22083 Hamburg

Jurybegründung:

So, wie wenn man etwas zum ersten Mal entdeckt, haben Kinder der WABE-Kita Lichtwarkhaus Fische in einem Aquarium fotografiert: spontan, dynamisch – und ein bisschen Zufall darf auch dabei sein. Da ist ein Fisch schon fast wieder aus dem Bild geschwommen. Da spiegelt sich ein junger Fotograf in der Scheibe des Beckens. Eine Beschriftung „Bitte ni“ muss der Betrachter selber ergänzen, die Kinder nehmen sie nur ausschnitthaft wahr. Fast schon abstrakt wirkt eines der Bilder in der Serie: Die Spiegelung, der Stein im Wasser, der Fisch – alles wird eins. Das Ergebnis: Phantastische Unterwasser-Impressionen, kombiniert zu einer ungewöhnlichen Serie.

 

Förderpreise: Altersgruppe A (bis 10 Jahre)

Je 150 Euro

Maren Faulhaber - Alter: 9 Jahre
48531 Nordhorn

Pascal Belger - Alter: 10 Jahre
81671 München

 

Preisträger der Altersgruppe B (11 - 15 Jahre)


1. Preis: 500 Euro
Carolin Lätsch - Alter: 13 Jahre
02894 Sohland am Rotstein

Jurybegründung:

Mit Spaß an der Arbeit vergeht die Zeit wie im Flug. Das muss sich wohl Carolin Lätsch gedacht haben,
als sie die Idee für ihre wunderbare Serie „schwebende Pflichten“ hatte. Wochenende. Der Rasen muss gemäht, das Mofa gepflegt werden, und im Garten ist auch so manches zu tun. Kein Problem. Man zieht die Arbeitskleidung an und los geht’s! Mit rasantem Tempo fliegt man über die Wiese, das Fahrzeug bekommt flugs eine Dusche und mit viel Schwung gräbt man schnell den Acker um... Carolin Lätsch ist eine super umgesetzte Serie gelungen, voller Witz und Skurrilität. Sie animiert ihr Fotomodell zu artistischen Höhenflügen und macht ihn zum Actionhelden am Wochenende. Die fotografische Qualität ist top: Im Abendlicht benutzt sie gekonnt den Blitz, friert alle Bewegungen ein und gibt der Umgebung eine fast schon gespenstische Atmosphäre und eine ganz eigene Farbigkeit.

 

2. Preis: 300 Euro
Ciara-Angela Engelhardt - Alter: 14 Jahre
31848 Bad Münder

Jurybegründung:

Rot, grün, blau: Das sind die Farben, aus denen der Chip einer Digitalkamera ein buntes Bild entstehen lässt. Schwarz, fast-schwarz, dunkelgrau und fast-dunkelgrau – das sind die „Farben“, mit denen Ciara-Angela Engelhardt ihr traumhaftes Bild gestaltet. Es gibt sie noch, die schönen Schwarz-Weiß-Aufnahmen…
Nur eine Straßenlaterne beleuchtet diese düstere Szene: Ausgespuckte Kaugummis glänzen auf dem Straßenpflaster rund um Bänke, auf denen niemand mehr sitzt. Hecken wachsen akkurat im dafür vorgesehenen Pflanzenkübel. Ein Platz wird von Stufen eingefasst. Eine Person liegt, wie leblos, mit ausgebreiteten Armen an diesem verlassenen, seltsamen Ort.
Mit einem außergewöhnlichen Blick für Komposition, Perspektive und Licht hat Ciara-Angela Engelhardt ein Bild gemacht, das viel Raum lässt für Geschichten im Kopf des Betrachters: Die Geschichte der Bedrohung nachts in der Stadt. Die Geschichte der Unwirtlichkeit unserer Städte. Der Traum vom Fliegen …
Ein fabelhaftes Einzelbild, das zeigt, dass Schwarz-Weiß-Fotografie auch im digitalen Zeitalter nichts von seiner Faszination verloren hat.

 

3. Preis: 200 Euro
Milena Arenz - Alter: 14 Jahre
53881 Euskirchen

Jurybegründung:

Eine junge Frau spiegelt sich in der Scheibe eines Zuges – draußen fliegt die Welt vorbei.
In Milena Arenz’ Bild hat man sofort das Gefühl, dass es nicht nur um diesen Augenblick geht. Wichtiger scheint zu sein, was vorher geschehen ist und was später passieren wird. „Last train home“, der letzte Zug nach Hause, hat sie ihr traumhaftes Bild genannt. Es beschreibt einen Moment der Sehnsucht, der Nachdenklichkeit. Am Horizont geht die Sonne unter, ein paar Hütten stehen auf den Wiesen, die Bäume sind noch winterlich kahl...
Das Bild beeindruckt durch seine malerische Farbigkeit und die passende partielle Unschärfe und Bewegungsunschärfe. Die Spiegelungen und die eigenwillige Komposition verstärken die melancholische Stimmung.

 

Förderpreise: Altersgruppe B (11 – 15 Jahre)
Je 150 Euro

Annika Bethan - Alter: 15 Jahre
45130 Essen

Helena Grebe - Alter: 15 Jahre
33378 Rheda-Wiedenbrück

Nicolas Weigerding - Alter: 11 Jahre
42349 Wuppertal

 

Preisträger der Altersgruppe C (16- 20 Jahre)

 

1. Preis: 500 Euro
Philip Poppek - Alter: 20 Jahre
12203 Berlin

Jurybegründung:

Stadtgrenze ist dort, wo das Ortsausgangsschild steht. Ganz einfach.
Oder ist das doch nicht so einfach? In seiner Serie „Stadtgrenze“ hat sich Philip Poppek auf die Suche gemacht nach den Orten, an denen die Stadt ins Land übergeht. Niemandsland. Unorte. Nicht mehr Stadt und noch nicht Land. Mit einer Sensibilität für die Ausstrahlung eines Ortes hat der junge Fotograf unaufgeregte, unspektakuläre Gegenden fotografiert. Ergänzt hat er die Serie mit Portraits von Personen, denen er dort begegnet ist. Tolle Portraits, die ebenso wie die Landschaften brillant komponiert und fotografiert sind. Als Serie ist die Fotoarbeit formal überaus schlüssig: Die Weite und Leere in den Bildern bleibt für den Betrachter immer nachvollziehbar.
Philip Poppek hat an einem scheinbar langweiligen Ort Fotos gemacht, die alles andere als langweilig sind. Und er hat ein scheinbar einfaches Thema zu einer herausragenden Serie umgesetzt.

 

2. Preis: 300 Euro
Konrad Lippert - Alter: 19 Jahre
04299 Leipzig

Jurybegründung:

Konrad Lippert stellt die Welt auf den Kopf. In seiner originellen Serie „Traumtänzer“ wird der Himmel zur Straße, erhält Fahrbahnmarkierungen, Zebrastreifen, Tempo-30-Zonen und Behindertenparkplätze. Sollen sich die anderen Luftschlösser bauen, hier wird der Himmel reglementiert!
Eine erfrischende Idee, die Konrad hier spielerisch und locker umgesetzt hat. Mithilfe des Computers sind die Bilder um skizzenhafte Bemalungen ergänzt. Das ist angenehm „unperfekt“ gemacht – gar nicht synthetisch-glatt „wie aus dem Rechner“. Die fotografischen Mittel hat der Bildautor souverän erweitert. Seine Bildauffassung bricht mit den Gewohnheiten der abbildenden Fotografie und steht beispielhaft für einen unkonventionellen Medienmix. So selbstverständlich wäre das vor ein paar Jahren noch nicht möglich gewesen: Fotografie, auf den Kopf gestellt.

 

3. Preis: 200 Euro
Artur Krutsch - Alter: 20 Jahre
44147 Dortmund

Jurybegründung:

Freude, Trauer, Wut und Angst. 4 Grundgefühle, die die Emotionsforschung kennt. Ohne diese Gefühle versagt unser Geist. Gefühle sind für uns Menschen überlebenswichtig. Artur Krutsch hat sich in seinen 2-teiligen Bildern – Diptychen – mit diesen Grundgefühlen auseinandergesetzt. Da werden im linken Bildteil Konfetti aus der Hand in die Luft geworfen und die Person auf der rechten Bildhälfte hat eine lustige Mütze auf und eine Brille mit künstlicher Nase: Freude. Auf einem Plateau befindet sich ein schwarzer Damenschuh, der Mann auf der rechten Seite ist entblößt und hat sich das Gesicht schwarz verdeckt: Trauer. Solche Personifizierung von Begriffen kennt man in der Geschichte der Malerei als Allegorien. Der Fotograf hat hier ein modernes Gegenstück geschaffen und eine kulturhistorische Tradition gekonnt in die Gegenwart überführt. In der Umsetzung streng, jedoch nicht ernst, sondern eher verspielt und den Betrachter zu eigenen Assoziationen einladend.

 

Förderpreise: Altersgruppe C (16- 20 Jahre)
Je 150 Euro

Friedemann Bieber & Ronja Bunke - Alter: 20 Jahre
49080 Osnabrück

Gionathan Lo Mascolo - Alter: 19 Jahre
67065 Ludwigshafen am Rhein

Lennart Jabben - Alter: 18 Jahre
28219 Bremen

Max Rehberg - Alter: 20 Jahre
29664 Walsrode

Susann Probst - Alter: 20 Jahre
56068 Koblenz

Theresa Martinat - Alter: 19 Jahre
71679 Asperg

 

Altersgruppe D (21-25 Jahre)

 

1. Preis: 500 Euro
Michael Lämmler - Alter: 22 Jahre
44139 Dortmund

Jurybegründung:

„Freisetzung in 6 Akten“ nennt Michael Lämmler seine Bildserie. Theatralisch und mit Mut zum Pathos inszeniert er auf seiner Studiobühne seltsame Mischwesen. Personen wie aus einer fürchterlichen, anderen Welt. Verkabelt sind sie und in ihrer Beweglichkeit massiv beschränkt. Sie ächzen unter dem Gewicht von Gartenzwergen, mit denen sie verwachsen zu sein scheinen. Der Schrott des Alltags lässt sie zu starren Skulpturen werden, vernetzt mitunter, aber vollkommen unbeweglich. Fast wie der abgründigen Phantasie eines Malers entsprungen oder wie aus dem Höllentrip eines Computerspiels wirken die Bilder. Hinter den Bildern aber stehen echte Menschen, es handelt sich nicht um gerenderte, synthetische Szenen, sondern um pure Fotografie. – „Eine ausgesprochen perfekte Leistung, tolle Maskenbildnerei und bestes Licht,“ so die Jury.

 

2. Preis: 300 Euro
Jens Franke - Alter: 21 Jahre
51519 Odenthal

Jurybegründung:

„Einfach wunderschön“, so das Fazit der Jury zu dieser Serie. – Viel ist nicht zu erkennen auf Jens Frankes Bildern. Natur, Landschaft, Pflanzen. Ist da eine Wand? Ist das eine Palme? Schemenhaft, fast wie in einer Unterwasserlandschaft, erschließen sich diese Bilder. Je genauer man hinsieht, umso weniger sieht man. Und doch werden die Bilder immer interessanter. Die satten Farben haben dennoch weiche Abstufungen, manche Bildteile sind in silhouettenhaftem Schwarz versunken. Wundersame große, stille Naturbilder. Mysteriöse Stillleben, Bilder der Deutschen Romantik, gefunden und nicht inszeniert. Eine traumhafte Variation über das Thema Landschaft.

 

3. Preis: 200 Euro
Stefanie Riech - Alter: 25 Jahre
17489 Greifswald

Jurybegründung:

Haare und ihre Frisuren stehen für Individualität. In der Serie von Stefanie Riech werden Haare zu skulpturhaften Gebilden, perfekt geformt durch die atmosphärische Ausleuchtung. Die Bilder lassen sich schwer einem einzigen Genre zuordnen. Portraitfotografie? Modefotografie? Künstlerische Inszenierung? Immer verdecken die Haare das Gesicht der Fotomodelle, entziehen uns den Blickkontakt. Bereicherung durch Entzug? Wir möchten sehen, was wir nicht zu sehen bekommen, möchten etwas über diese gesichtslosen Wesen erfahren können. Das macht die Faszination dieser wundersamen, „haar-monischen“ Bilder aus.

 

Förderpreise: Altersgruppe D (21- 25 Jahre)
Je 150 Euro

Hannes Jung - Alter: 21 Jahre
27711 Osterholz-Scharmbeck

Jonas Ludwig Walter - Alter: 23 Jahre
10435 Berlin

Laura Boucsein - Alter: 24 Jahre
59821 Arnsberg

Marina Jerkovic - Alter: 21 Jahre
10559 Berlin

Thorsten kleine Holthaus - Alter: 25 Jahre
44139 Dortmund

 

Preise des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

 

„Next Level 08“: Digitale Bilderfindungen

 

1. Preis 500 Euro
Martin Mascheski
44145 Dortmund - Alter: 24 Jahre

Jurybegründung:

Avatare sind die Stellvertreter für einen Spieler im Computerspiel. Künstliche Charaktere, zusammengesetzt aus einem digitalen Baukasten.
Martin Mascheskis Baukasten ist die digitale Nachbearbeitung realer Portraits. Das Ergebnis: eigenartige Wesen, irgendwie Mensch, aber irgendwie auch künstlich. Die Köpfe mit fahler, blasser Haut, die Harre wie ausgeschnitten. Die Augen seltsam entrückt, gehen die Blicke ins Leere. Eine ganz besondere Faszination geht von diesen Personen aus. Sie sehen sich ähnlich wie Mitglieder eines Clans. Dennoch hat jede Person eine ganz eigene Ausstrahlung. Martin Mascheski hat hier eine neue Form des Portraits entwickelt. Mit den Mitteln der digitalen Bildbearbeitung hat er eine wunderbar eigenständige Bildwelt erschlossen und demonstriert, dass man dem altbekannten Genre Portraitfotografie immer noch neue, mitreißende Aspekte abgewinnen kann.

 

2. Preis 300 Euro
Stephanie Kästner
01217 Dresden - Alter: 19 Jahre

Jurybegründung:

„Computerbilder sind immer gleich: steril, konstruiert und wenig sinnlich“ – so ein gängiges Vorurteil, das von Stephanie Kästner auf eindrucksvolle Weise widerlegt wird. Mit einem hohen Maß an Sensibilität kombiniert sie Organisches mit gebauter Architektur. „Wandelbares Dresden“ nennt sie ihr Bild. Eine Computermontage, die Assoziationen an die Genres der Bleistiftzeichnung, an Radierungen oder Fotogramme weckt. Mit Unschärfen, filigranen Details und einem ausgeprägtem Gespür für Komposition erschafft sie ein Bild, in dem es viel zu entdecken gibt und das ein Musterbeispiel für den souveränen, künstlerischen Umgang mit der digital erweiterten Fotografie ist.

 

3. Preis 200 Euro
Anne Euler
63546 Hammersbach - Alter: 23 Jahre

Jurybegründung:

Jeder kennt es aus der eigenen Kindheit: Man blickt in ein Kaleidoskop, dreht es, ist sofort fasziniert und möchte es nicht mehr weglegen...
Dieselbe Faszination geht von Anne Eulers Bildern aus. Man schaut sie an, möchte sie drehen, bewundert die Formen. Wie das gemacht ist, fasziniert uns ungemein. Beim zweiten oder dritten Hinsehen dann die Überraschung: Das sind keine Blüten, keine abstrakten Muster, das sind Körper! Sie verästeln sich in immer kleinere Details wie Mandelbrotbäume, werden dupliziert und wirken wie die Mandalas der tibetischen Buddhisten. Wie diese Studio- und Computer-Performance gemacht wurde, ist zugleich perfekt und wundervoll.

 

Förderpreise: „Next Level“
Je 150 Euro

Emily Francesca Hiltmann - Alter: 7 Jahre
30519 Hannover

Hannes Föst - Alter: 15 Jahre
01108 Dresden

Carola Tischer - Alter: 17 Jahre
71149 Bondorf

Florian Clewe - Alter: 22 Jahre
69117 Heidelberg

Natalie Plaskura - Alter: 23 Jahre
44145 Dortmund

Thorsten kleine Holthaus - Alter: 25 Jahre
44139 Dortmund

Sebastian Schierenberg - Alter: 25 Jahre
22397 Hamburg

 

Förderpreise des Photoindustrie-Verbandes e.V.
für die besten Gruppenleistungen

 

Gruppenpreis Altersgruppe A (bis 10 Jahre) 500 Euro
kiko.foto.kids
55246 Mainz-Kostheim - Alter: ca. 9 Jahre

Jurybegründung:

„Kinder bewegen sich heute zu wenig.“ – „Kinder verbringen den ganzen Tag nur noch am Computer.“ – „Die neue Videospiele-Bewegung!“ So lesen wir die Schlagzeilen in der Zeitung. Spielkonsolen sollen Kindern neue Bewegungserfahrungen bieten.
Kinder wollen sich bewegen und sie können sich bewegen – wenn man sie lässt. Die Fotogruppe kiko.foto.kids aus Mainz hat sich vor der Kamera bewegt. Im dunklen Abendlicht kommt die Kamera aufs Stativ. Weil nur wenig Licht da ist, muss das Bild etliche Sekunden lang belichtet werden. In dieser Zeit werden helle Gegenstände als Lichtstreifen abgebildet. Die Kinder der Mainzer Fotogruppe haben sich farbige Lichtquellen gesucht und damit in die Kamera hineingemalt, haben eine Performance für die Kamera aufgeführt. Und damit das Einziartigkeit des Fotografierens entdeckt. Eine tolle, lebendige und sehr dynamische Fotogruppenarbeit.

 

Gruppenpreis Altersgruppe B (11 – 15 Jahre) 500 Euro

Jugendkunstprojekt Glashaus e.V. / Brotfabrik
13086 Berlin - Alter: ca. 11 Jahre

Jurybegründung:

Eine schöne Idee und ein einfaches Konzept dahinter: Für die Umsetzung des Sonderthema „Ganz schön alt“ brachten die Kinder der Schülerfotogruppe Glashaus e.V. alte Gegenstände mit und portraitierten sich und die Objekte. Das ist hier wirklich sehr gut gelungen. Die Portraits nutzen geschickt Schärfe und Unschärfe, um die mitgebrachten Dinge hervorzuheben. Im Kopf des Betrachters entstehen dazu eigene Geschichten. Der Email-Topf mit den paar Münzen darin: Wer hat da gespart? Wem gehört die kleine Holzschatulle mit dem Schmuck? Und was hat es mit dem Gipsfries auf sich? Eine klar umgesetzte, schöne Gruppenarbeit.

 

Gruppenpreis Altersgruppe C (16 – 20 Jahre) 500 Euro

Gang Of Gangsters And The Traditional Stars
50171 Kerpen - Alter: ca. 16 Jahre

Jurybegründung:

Wer träumt nicht davon, einfach einmal in eine andere Rolle zu schlüpfen? Wie wäre es, wenn ich ein fieser Gangster wäre? Gefalle ich mir besser als Disko-Queen oder als Karriere-Superweib? Die „Gang Of Gangsters And The Traditional Stars“ hat das einfach vor der Kamera ausprobiert. Wie auf Bildern, die man aus dem Passbildautomaten bekommt, hat sie immer vier Portraits aneinander montiert. Allerdings: Man weiß nicht, ob das immer die gleiche Person ist, oder ob hier Zwillinge, nein Vierlinge bei der Geburt getrennt wurden.
Eine wunderbar umgesetzte, originelle Fotoarbeit mit Witz und doppeltem Boden.

 

Gruppenpreis Altersgruppe C (16 – 20 Jahre) 500 Euro

Projekt „digital + draußen“
47533 Kleve - Alter: ca. 16 Jahre

Jurybegründung:

„Digital und draußen“ nennt die TBH-Jugendwerkstatt das Buch zu ihrer Fotoaktion. Fotografiert wurde zunächst ein selbst gewählter Ort in der Stadt. Portraits wurden am Computer freigestellt, auf Folien gedruckt und ausgeschnitten. Mit diesen Schablonen wurden Stadtszenen übersprüht und künstlerisch verfremdet.
Auf spielerisch-experimentelle Art entstanden so neue Bildwelten. Die Ergebnisse wurden von der Schülergruppe in einem aufwändig gestalteten Buch zusammengestellt. Beim Blättern erschließt sich sofort, wie intensiv hier in der Gruppe künstlerisch gearbeitet wurde. Das vorgegebene Konzept wurde gekonnt umgesetzt. Eine tolle Gruppenleistung und ein wunderschönes Buch. Die Arbeit zeigt, dass ein Foto oder eine Serie nicht das Ende einer Auseinandersetzung mit einem Thema sein müssen, sondern auch der Ausgangspunkt für neue Aktionen, Bilderfindungen und Präsentationsformen sein können.

 

Sonderthema „Ganz schön alt“

 

1. Preis: 500 Euro
Emily Francesca Hiltmann Alter: 7 Jahre
30519 Hannover

Jurybegründung:

„Eine alte Frau“ nennt Emily Hiltmann ihre Fotoserie zum Sonderthema „Ganz schön alt“.
Mit kindlicher Neugier hat sie ihre Urgroßmutter begleitet. Sie hat fotografiert, was sie gesehen hat, unvermittelt mit dem ganz eigenen Blick einer Siebenjährigen. Morgens aufstehen, sich waschen, sich anziehen, um nach draußen zu gehen – das kann im Alter schon eine ganz schöne Anstrengung sein. Emily Hiltmann zeigt uns das mit sehr persönlichen und fast schon intimen Bildern, ohne Rücksicht auf unsere Sehgewohnheiten zu nehmen. Und sie hat ein fabelhaftes Gefühl für Bildkomposition: Ihre Bilder baut sie nicht von der Mitte her auf, sondern gibt den Dingen und der Person Raum, lässt den Blick frei für Details. Vielleicht traut sich Emily Hiltmann nicht mehr, solche Bilder zu machen, wenn sie mal älter ist – die begeisterte Jury aber freut sich schon auf ihre nächsten Bilder …

 

1. Preis: 500 Euro
Kathrin Bruch - Alter: 23 Jahre
12043 Berlin

Jurybegründung:

Sehnsuchtsbilder. Als Betrachter von Kathrin Bruchs Fotoserie hat man das Gefühl, aus der Stadt an einen vergessenen Ort der Kindheit zurückzukehren. Man erinnert sich an Gerüche der Vergangenheit, man weiß wieder, wie glatt sich das Resopal der Küchenschränke anfühlt und wie die eingebaute Eieruhr klingelt. Wundert sich über eine Kittelschürze. Romantik schwebt über den Bildern – und vielleicht auch eine Trauer über das Verschwinden von alten Lebenswelten in einem modernen, stylishen, properen Land.
Eine ganze Welt, eingefangen in fragmentarischen Bildern: Kathrin Bruchs Bilder hinterlassen einen Eindruck, als habe man ein ganzes Buch durchgeblättert, einen ganzen Film gesehen, doch es sind nur sechs Fotos. Eine bezaubernde und zugleich perfekte Umsetzung des Sonderthemas „Ganz schön alt“.

 

2. Preis: 500 Euro
Maurice Schönen - Alter: 15 Jahre
81667 München

Jurybegründung:

Der 15-jährige Maurice Schönen hat sich in seiner Fotoserie mit dem Sterben einer alten Frau auseinandergesetzt. Er begleitet sie über einen längeren Zeitraum, auch mit der Kamera. Zunächst zeigt er sie uns in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung. Das Bild eines Krankenhausflures steht symbolisch dafür, wie sich das Leben schrittweise immer weiter entfernt. Vom Krankenzimmer aus sieht die Frau noch die blühenden Bäume draußen im Park, später liegt sie, fast leblos, mit einem Sauerstoffschlauch im Krankenbett und nimmt vom Leben Abschied. Eine Blume liegt bei den gefalteten Händen. Der letzte Blick geht durch die entfernte Tür des Krankenzimmers. Die Distanz wird größer... Die von Maurice Schönen mit hoher Sensibilität fotografierte Serie überzeugte die Jury auf Anhieb.

 

2. Preis: 500 Euro
Vanessa Arms - Alter: 22 Jahre
45130 Essen

Jurybegründung:

Vanessa Arms setzt in ihrer fünfteiligen Fotoserie alte Gegenstände in Szene. Relikte des Industriezeitalters. Dinge, deren Funktionen nicht mehr erkennbar sind. Sie entdeckt darin skulpturale Qualitäten. Kunstschaffende Ingenieure, unfreiwillige Bildhauer haben seinerzeit diese Objekte entworfen, jahrzehntelange Nutzung hat ihre Spuren hinterlassen. Vanessa isoliert ihre Skulpturen nicht im Studio, sondern belässt sie an einem alten, geheimnisvollen Ort. Sie taucht sie in ein magisches, weiches Licht, überhöht sie künstlerisch. Eine stilsicher und konsequent umgesetzte Bildserie.

 

3. Preis: 200 Euro
Urs Häusler - Alter: 10 Jahre
91056 Erlangen

Jurybegründung:

Ein Haus im Wald: „bald wird es abgerissen“.
Eine alte Schubkarre: „die kracht gleich“.
Ein altes Buch: „Rezeptbuch von meiner Uroma“.
So einfach und direkt geht Urs Häusler an das Sonderthema „Ganz schön alt“. Die Dinge auf seinen Fotos haben ihre Zeit hinter sich. Die Gegenwart sucht sich ihren Weg ohne Rücksicht auf Verluste. In lebendigen Fotos konserviert Urs die fotografierten Gegenstände, die Spuren von Geschichte zeigen. Es gelingt ihm dabei, seine eigene Faszination für Geschichte (und Geschichten) in den Bildern auszudrücken und beim Betrachter ein Sensibilität für Vergängliches zu wecken.

 

3. Preis: 200 Euro
Heike Geier - Alter: 22 Jahre
74746 Höpfingen

Jurybegründung:

„Alter ist immer eine Ansichtssache. Eine Frage des Stand- und Blickpunktes…“ So hieß es in der Ausschreibung. Was die Haare eines Mannes angeht, beginnt Alter recht bald. Kaum die Pubertät überlebt, beginnt das Haar zu schwinden, zeigen sich erste Geheimratsecken. Heike Geier hat in ihrer originellen Fotoserie schwindendes Haupthaar skulptural interpretiert. Stringent, immer vor dunkelblauem Hintergrund, hat sie Männer von der Stirn an aufwärts fotografiert und dokumentiert, was noch zu dokumentieren ist. – Alter, so scheint es, ist das, was nicht mehr vorhanden ist, was fehlt...

 

Förderpreise: „Ganz schön alt“
Je 150 Euro

Marc Vaisband - Alter: 10 Jahre
44141 Dortmund

Hendrik Lemke - Alter: 15 Jahre
32758 Detmold

Rokia Mohibullah - Alter: 17 Jahre
83052 Bruckmühl

Anna Theil - Alter: 23 Jahre
04275 Leipzig

 

 

 

 

 

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