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At Garies

Aus der Serie: Basterland

Julia Runge

Berlin, 25 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2016
Allgemeiner Wettbewerb | Altersgruppe D (21-25 Jahre)

Prämie 200 €

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Interview

Wie bist du auf die Idee zu deiner Serie gekommen?
- Nach meinem Abitur bin ich zur „Selbstfindung“ nach Namibia gegangen, habe mir dort eine Wohnung genommen und als Lehrerin an einer Vorschule gearbeitet. Dadurch hatte ich sehr viel Kontakt mit den „Locals“ und habe schnell Freundschaften geschlossen. Irgendwie bin ich dann immer intensiver mit den Menschen und vor allem den Bastern zusammengewachsen. Ich war Brautjungfer auf einer Hochzeit, war bei der Geburt einiger Kinder dabei, habe mit ihnen zusammengelebt und mittlerweile zähle ich viele zu meiner Familie und sie mich zu ihrer. Meine Abschlussarbeit widmete ich daher dem Basterland.

Was war dir wichtig, worum ging es dir dabei?
- Ich möchte den Menschen und ihrer Kultur ein Gesicht verleihen, welches leider bisher in den deutschen Medien gänzlich untergegangen ist. Außerdem finde ich es wichtig zu helfen, diesen Teil der deutschen Kolonialgeschichte aufzuarbeiten.

Wie wurdest du von der Baster-Gemeinde aufgenommen?
- Für Außenstehende mag die Basterkultur sehr traditionell und vielleicht konservativ wirken, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Ich bin als Außenstehende in diese Gemeinschaft gekommen und wurde von Anfang an wie eine ihrer Töchter behandelt. Ich hatte nie Probleme mit diesen Traditionen, obwohl ich komplett anders aufgewachsen bin.

Welche europäischen Spuren lassen sich heute in der Gemeinde noch finden?
- Nicht nur die traditionelle Kleidung erinnert an die europäische Geschichte, sondern auch die Namen vieler Baster (z.B. Elfriede, Bismarck, Wilhelm...) erinnern an ihr Erbe und Entstehen.

Warum hast du genau diese Serie ausgesucht? Was fasziniert dich an ihr?
- Mein persönlicher Bezug zu dieser Gemeinde spiegelt sich in den Bildern wider und sie erzählen außerdem einen Teil meiner Lebensgeschichte.

Wie ist die Serie entstanden? Welche Technik(en) hast du benutzt?
- Ich habe alles mit meiner Mamiya 645 und Kodak-Portra-Filmen fotografiert. Bei dieser Arbeit bin ich bewusst zurück zum analogen Medium gegangen. Zum einen weil der Zugang zu fremden Menschen mit der alten Kamera einfacher ist – man hat immer ein Gesprächsthema –, zum anderen weil sie einen dazu zwingt, über die eigenen Bilder genau nachzudenken. Ich habe in Afrika nicht ein einziges Foto zu Gesicht bekommen. Man hofft wochenlang, dass man die Belichtung richtig gemessen hat, im Bild keine Störpunkte zu sehen sind und die Porträtierten ihre Augen nicht zugekniffen haben. Es war ein tolles Gefühl, das Ergebnis dann endlich zu sehen. Mit einer digitalen Kamera hätte ich das nie gehabt. Außerdem liebe ich das Format, und analoges Filmmaterial kann meiner Meinung nach die Farben und das Licht einfangen wie kein anderes Medium.

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?
- Ich habe mich schon immer für Fotos und Fotografie interessiert und irgendwann in meiner Jugend angefangen zu fotografieren. Letztendlich habe ich diesen Weg dann professionalisiert, in-dem ich mich für ein Studium an der Ostkreuzschule in Berlin entschieden habe.

Was fotografierst du am meisten? Welche Motive, bei welchen Gelegenheiten?
- In meinen fotografischen Arbeiten befasse ich mich vorwiegend mit sozialem Engagement, gesellschaftlichen Strukturen sowie kulturellen Themen in Afrika und eröffne mit meiner natürlichen, einfühlsamen Bildsprache einen künstlerischen Zugang zu diesen Themen für andere.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
- Nein, keine Vorbilder, aber ich finde die Arbeiten von Alec Soth oder Ilan Godfrey sehr toll.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
- Der Begriff Fotografie bedeutet für mich persönlich viel mehr als das reine „Knopfdrücken“. Es ist die intensive Beschäftigung mit dem Medium und vor allem mit sich selbst, das Schreiben und Sprechen über Bilder, der Austausch mit anderen Fotografen, das Pflegen von Kontakten, das stundenlange Philosophieren bei einem Glas Wein, das ständige Dazulernen und noch so viel mehr...

Wo und wem zeigst du deine Bilder? Stellst du deine Fotos aus?
- Neben anderen Fotografen zeige ich meine Bilder allen, die sie sehen wollen. Ich stelle dieses Jahr in vielen verschieden Ländern aus und habe den POPCAP'16 (prize for contemporary african photography) gewonnen.

Wo findet man deine Bilder im Internet?
www.juliarunge.com

Wie wurdest du auf den Deutschen Jugendfotopreis aufmerksam?
- Ich folge dem DJF schon seit Jahren und habe dieses Jahr die Chance wahrgenommen, mich ein letztes Mal zu bewerben.

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2 Kommentare



Die Fotos wirken sehr unverfälscht und authentisch. Die Menschen wirken so als wären sie als Schnappschuss gemacht.Das macht die Aufnahmen natürlich.
> Tamara Schmidt-Dombrowski, 25.12.16

Eine sehr schöne Serie, die einem einen sehr guten Einblick gibt über die Kultur und die Menschen dort. Gerade bei den Portraits hat man das Gefühl die Geschichten dahinter zu sehen!
> Dominik Müller , 23.9.16

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Preisträgerfotos + 2016 + Alter: 21–25 Jahre

 

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