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Karabach 01

Aus der Serie: Kalter Frieden

Jakob Schnetz

Freiburg im Breisgau, 24 Jahre

Deutscher Jugendfotopreis 2016
Allgemeiner Wettbewerb | Altersgruppe D (21-25 Jahre)

1. Preis 500 €

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Jurybegründung

In seiner Serie „Kalter Frieden“ gelingt Jakob Schnetz eine perfekte Balance zwischen kriegerischen Momenten und friedlichen Alltagswelten. Er ist nah dran an den Menschen in Bergkarabach, mitten in der unheimlichen Stimmung, zwischen Schützengraben und Mittagstisch. In leisen Bildern fängt er die Brüchigkeit des Waffenstillstands ein. Gerade durch diese Zurückhaltung ist die Arbeit von Jakob Schnetz so aussagekräftig, einprägsam und fotografisch herausragend gelöst.

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Interview

Wie bist du auf die Idee zu deiner Serie gekommen?
- Ich bin bei unterschiedlichen Recherchen zum Armenischen Genozid und über den Kaukasus auf das Thema gestoßen. Ich interesseiere mich sehr für diese Region und darüber hinaus für das Thema der Konfliktforschung bzw. der Reproduktion von Konflikten.

Was war dir wichtig, worum ging es dir dabei?
- Ich finde die Auseinandersetzung mit Themen wichtig, die medial unterrepräsentiert sind, und daher in der Medienwelt oft ins Hintertreffen geraten. Über Karabach wird zynischerweise meistens nur berichtet, wenn dort wieder jemand erschossen wurde und die Lage zu eskalieren droht. Und doch hat das Thema mit uns zu tun, in dem „eingefrorenen Konflikt“ sind viele Staaten wirtschaftlich und auf militärischer Bündnisebene miteinander verflochten, ähnlich der Situation in Israel / Palästina.

Wie lange warst du in Karabach unterwegs?
- Ich war dort drei Wochen. Weitere Reisen sind in Planung.

Wie wurdest du von den Menschen in der Region aufgenommen?
- Ich bin dort fast ausschließlich sehr aufgeschlossenen, herzlichen und gastfreundlichen Menschen begegnet. Das kann eventuell damit zusammenhängen, dass ich aus einem vermeintlich „neutralen“ Staat komme, was ich selber nie so sehen würde, doch dieses Bild von Deutschland ist in vielen Ländern sehr verbreitet. Die Offenheit und Gastfreundschaft Fremden gegenüber hat mich sehr beeindruckt, etwas, das in Deutschland nicht selbstverständlich ist.

Hast du selbst gefährliche Momente erlebt? Wie bedrohlich war die Situation für dich?
- Ich bin während der Aufenthalte an der Frontline/ im Schützengraben nicht beschossen worden, aber natürlich weiß man das vorher nie. Darüber hinaus gibt es immer noch Gebiete, in denen man die Wege nicht verlassen sollte wegen der zahlreichen Landminen, trotz der hervorragenden Arbeit der Entminungsorganisation Halo Trust. Wenn man sich dieser Faktoren bewusst ist, kann man damit gut umgehen, die Mensch vor Ort leben schließlich jeden Tag damit und können nicht wegfliegen.

Wie ist die Serie entstanden? Welche Technik(en) hast du benutzt?
- Die Serie ist mit einer digitalen Kleinbildkamera mit abgedunkeltem Sucher entstanden.

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?
- Ich studiere seit dreieinhalb Jahren Fotojournalismus in Hannover, zur Fotografie bin ich über die Malerei gekommen.

Was fotografierst du am meisten? Welche Motive, bei welchen Gelegenheiten?
- Ich arbeite immer an einem oder mehreren bestimmten Themen. Von diesem hängen dann auch meine Arbeitsweise ab und natürlich die Motive und andere Gegebenheiten. Grundsätzlich geht es jedoch immer um Menschen.

Hast du Vorbilder in der Fotografie?
- Ich schätze vor allem Fotografie, die sich über einem langen Zeitraum einem komplexen Thema widmet und dabei nicht versucht, Antworten zu geben, sondern vielmehr den Betrachter dazu bringt, sich Fragen über die neue Perspektive zu einem Thema zu stellen. Wie zum Beispiel in den Arbeiten von Rob Hornstra, Christian Lutz, Alec Soth, Davide Monteleone, Nadav Kander, Meinrad Schade.

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich?
- Fotografie ist für mich eine visuelle Sprache, mit der ich mich mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzen und diese Gedanken über sprachliche Grenzen hinaus teilen kann.

Wo und wem zeigst du deine Bilder? Stellst du deine Fotos aus?
- Ich publiziere in Zeitungen und Magazinen wie u.a. der Süddeutschen Zeitung, Zeit Online,
Süddeutsche Zeitung Magazin, HANT, 6mois, Der Spiegel Wissen, PHOTOGRAPHIE. Einzel- und
Gruppenausstellungen in Deutschland, zuletzt auf dem 5. Lumix Festival für jungen Fotojournalismus.

Wo findet man deine Bilder im Internet?
- www.jakobschnetz.com

Wie wurdest du auf den Deutschen Jugendfotopreis aufmerksam?
- Internet.

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1 Kommentar



Analog zu fotografieren war eine sehr gute Entscheidung! Jedes Foto finde ich äußerst beeindruckend und enthält sehr viel Ausdruck :)
> Dominik Müller, 23.9.16

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Preisträgerfotos + 2016 + Alter: 21–25 Jahre

 

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