Fotoprojekte mit Kindern 2003

Fotoprojekt mit behinderten und nicht behinderten Kindern in Solingen

Voraussetzungen für das Fotoprojekt

2002 wurde durch das Rheinische Industriemuseum Solingen und das Fotomuseum Solingen ein Fotowettbewerb ausgeschrieben, der das Thema "Mein Lieblingsspielzeug" hatte. Die Preisträgerinnen bekamen einen Geldpreis und die Möglichkeit zu einem Besuch eines Fotoprojekts.

Dieses Projekt wurde 2003 durch das Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland ermöglicht. Weitere Sponsoren waren das Rheinische Industriemuseum Solingen, Fotoforum Solingen und die VHS-Solingen.

Den 1. Preis bekam die Kita Pinocchio ll in Solingen. Diese integrative Kindertagesstätte wird von Kindern mit einer Behinderung und nicht-behinderten Kindern besucht, wobei die behinderten Kinder eine besondere Förderung in Form von Therapieangeboten bekommen.

Preisträger/innen, die am Fotoprojekt teilnahmen, waren:

weitere Bilder von:


Ablauf des Fotoprojekts:

Das Projekt fand an vier Tagen statt

1. Tag

Am ersten Tag wurde im Rheinischen Industriemuseum Solingen fotografiert. Dieses Museum ist ein Ort, in dem wie vor 100 Jahren Scheren geschlagen und weiterverarbeitet werden. Dies war auch der Ausgangspunkt für die Idee, Kinder einen realen Betriebsablauf in einer Gesenkschmiede fotografisch dokumentieren zu lassen.

Die Kinder fotografieren während einer Führung durch einen Mitarbeiter des Museumsbetriebes. Das ermöglichte eine spontane Reaktion auf die visuellen und akustischen Eindrücke und löste gleichzeitig das Problem, dass sich behinderte Kinder nicht über einen allzu langen Zeitraum hinweg konzentrieren können. Fototechnische Probleme (z.B. eine defekte Kamera) konnten aktuell gelöst und individuelle inhaltliche und gestalterische Fragen unmittelbar besprochen werden. Durch das gemeinsame Interesse am Fotografieren entwickelten sich erste Freundschaften.

Diese Art von Arbeit ist nur in Kleingruppen möglich und der integrative Unterricht in den Solinger Schulen und Kindertagesstätten erfordert einen 2-3-fachen Personalaufwand. Die nicht-behinderten Kinder hatten während des gesamten Projektes keinerlei Probleme mit den behinderten Kindern oder umgekehrt. Die Konzentration war außerordentlich hoch - 2 x 60 Minuten, keine Pause!

2. Tag

Am zweiten Tag wurde in der Kindertagesstätte Pinocchio ll fotografiert, die von einigen Kindern besucht wird, während andere sie bei dieser Gelegenheit erst kennenlernten. Thema waren die Spielsituationen, nicht die Therapieübungen. In technischer Hinsicht wurden Kleinbildkameras und Schwarzweiß-Filme verwendet.

3. und 4. Tag

Am dritten und vierten Tag wurden im Fotolabor der Volkshochschule Solingen die Schwarzweißvergrößerungen gemacht. Die Kinder fanden es überaus spannend, wenn in der Entwicklerschale auf dem weißen Papier zunächst die ersten Bildspuren und dann das ganze Bild erschienen. Einige Kinder kannten dies vom Fernsehen, z.B. durch die Sendung mit der Maus. Nach zwei bis drei Stunden konnten alle ihren Eltern die ersten Ergebnisse präsentieren (18x24 - Vergrößerungen).
Die Kinder halfen sich bei kleineren Schwierigkeiten gegenseitig, z.B. hinsichtlich der Erreichbarkeit der Entwicklerschalen für ein Kind im Rollstuhl, so dass alle ein Erfolgserlebnis hatten.

Präsentation

Voraussichtlich wird dieses Projekt zwei Präsentationen haben:

In Solingen in den Clemensgalerien zur Semestereröffnung der VHS im September 2003 und eine Ausstellung im Rheinischen Industriemuseum Solingen 2004 in der Loos'en-Maschinn.

Peter Holtfreter, Leiter des Fotoprojekts
Kontakt und detaillierte Anfragen: holtfreter-koeln@t-online.de