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Einige ausgewählte Eindrücke von der Verleihung des Deutschen Jugendfotopreises 2006
von Marc-Stefan Andres
Köln – Orthodoxe Juden und kickende Kinder, Schoßhunde und Hausschuhe, Schwestern, Brüder, Papas, Mamas, ein Schneemann auf einem Balkon – auf wenigen Dutzend Quadratmetern hängt an den Stellwänden in der Halle 5 der Photokina 2006 ein ganzer Kosmos an kindlichen und jugendlichen Sichtweisen. In der Ausstellung sind die Sieger und Platzierten des diesjährigen Deutschen Jugendfotopreises zu sehen, die eine große Bandbreite an Themen konzeptionell oder mit Schnappschüssen, verfremdet oder dokumentarisch, humorvoll oder ernst, auf höchst professionelle Weise abbilden. Viele der Nachwuchsfotografinnen und -fotografen kommen zur Preisverleihung am 1. Oktober 2006. Und sie erleben eine spannende und unterhaltsame Veranstaltung mit Moderator Michael Imhof vom Radiosender WDR-Einslive, bei der Gewinnerinnen und Gewinner, Sponsoren, Förderer und die Jury ihre Sicht des Wettbewerbs erklären.
Hans-Peter Bergner, der die Preise für den allgemeinen Wettbewerb übergibt, ist fasziniert von der Ausstellung. „Die Bilder sind immer eine Selbstauskunft über das Leben der Kinder und Jugendlichen“, sagt der Referatsleiter im Bundesjugendministerium, das den Wettbewerb seit 1961 fördert. „Wir können viel aus den Fotos über die Befindlichkeiten der jungen Menschen lernen.“ Bergner vergleicht die Ausstellung mit der Shell-Studie, in der seit 1953 ein umfassender Blick auf die jeweilige junge Generation geworfen wird. „Ein Bild sagt eben mehr als 1000 Worte“, bemüht der Mitarbeiter des Ministeriums ein oft genutztes, aber zweifelsohne stimmiges Sprichwort. Einen inhaltlichen Trend stellt Bergner ebenfalls fest: „Ich glaube, dass das Thema Gewalt weniger Platz einnimmt als in den Jahren zuvor.“
„Eine Selbstauskunft über das Leben der Kinder und Jugendlichen“: Auch über Martin Peine sagen seine Bilder einiges aus, er ist engagiert und an Inhalten interessiert. Der 19-Jährige arbeitete in den Ferien zwei Monate lang in einem Camp für behinderte Menschen – vor allem Kinder und Jugendliche – in New York. „Für mich stand erst einmal die Arbeit dort im Vordergrund. Ich habe mir bei der Bewerbung aber direkt schon vorgenommen, den ganzen Aufenthalt zu dokumentieren.“ Seine schwarzweißen Dokumentarfotos bilden das Leben seiner Protagonisten ab, beim Schwimmen, Sport und anderen alltäglichen Situationen. Vor drei Jahren begann Martin Peine mit der Fotografie, sein Vater „vererbte“ ihm seine Dunkelkammer – er fotografiert nicht digital. Der richtige Anstoß kam allerdings durch seine Schwester, die Fotografie an der Kunsthochschule studiert. Nach den ersten eigenen Fotos war Martin übrigens höchst unzufrieden. „Da kam überhaupt nicht heraus, was ich eigentlich zeigen wollte.“ Er besorgte sich Bücher, lernte Theorie und Technik – und will nun Theaterwissenschaften studieren und „die Fotografie irgendwie mit einbauen, wenn es geht“.

Fußballfieber mal ohne Kamera ;-) Gespräch mit Jurymitglied Helmut Völter
Besucherandrang bei der Preisvergabe

Moderator Michael Imhof im Gespräch mit Hans-Peter Bergner vom Bundesjugendministerium
Klaus Schäfer vom NRW-Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration bei der Preisvergabe "Imaging"

Claudia Gasper von der Koelnmesse überreichte die Gruppenpreise des Photoindustrie-Verbandes