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Stimmen zur Verleihung des Deutschen Jugendfotopreises 2004 am 2. Oktober auf der photokina
Die Preise sind vergeben, die Schecks abgeholt, die Ministerreden verklungen, die Workshops mitgemacht, die Kinder und Jugendlichen nach Hause gefahren – die Aktionen rund um die Verleihung des Jugendfotopreises, bei dem über 60 Kinder und Jugendliche Preise im Wert von 11.000 Euro erhalten haben, waren eine runde Sache. Ein paar Stimmen von denen, die am Samstag auf der photokina in Köln beteiligt waren:
Die NRW-Landesjugendministerin Ute Schäfer und Peter Ruhenstroth-Bauer, Staatssekretär im Bundesjugendministerium, das den Wettbewerb seit 1962 ausschreibt, nehmen sich viel Zeit. Zwei Mal schauen sie sich die Ausstellung der Siegerfotos an, unterhalten sich lange über die Bilder. „Man sieht hier ganz unterschiedliche Sichtweisen und Lebenswelten“, sagt Ruhenstroth-Bauer, „der Betrachter erkennt, was die Jugend bewegt.“ Er empfiehlt vor allem den Erwachsenen, genau hinzuschauen, besonders beim Sonderthema „Familie“. „In Deutschland kann man schnell den Eindruck bekommen, dass Familien aus Vater, Mutter, Hund bestehen“, erklärt er, „die Fotos hier zeigen, das Familie natürlich viel, viel mehr sein kann – Großeltern, Freunde, Geschwister.“ Den Stellenwert des Deutschen Jugendfotopreises könne man gar nicht hoch genug ansetzen, sagt der Staatssekretär. Die Frage, ob es wieder einen Katalog mit den Siegerfotos gebe, wie in den Jahren zuvor, bejaht er. „Wir müssen sehen, dass wir die alten Fotos in den Archiven digitalisiert bekommen, aber ein Katalog ist unheimlich wichtig, um bei der Professionalisierung des Nachwuchses zu helfen“, erläutert Ruhenstroth-Bauer. Um bekannt zu werden und als Ansporn für die Jugendlichen, müssten eben auch Veröffentlichungen sein.
Ute Schäfer freut sich über die große Resonanz bei den Kindern und Jugendlichen, „es haben sich 1.600 Kinder und Jugendliche mit 5.700 Fotos beteiligt“. Bemerkenswert sei bei den ausgestellten Fotos, „dass man manchmal gar nicht erkennt, ob die Fotografen 5, 12 oder 18 Jahre alt sind“, sagt die NRW-Jugendministerin. Sie weist darauf hin, wie wichtig es sei, Medienkompetenz schon im frühen Alter zu entwickeln und zu fördern. „Schon in den Kindergärten wollen wir bilden, und dazu gehören eben auch die Medien, insbesondere die Fotografie.“ Es sei eine besondere Aufgabe, dass man schon den Kindern vermittle, genau hinzugucken. „Man muss deswegen auch mit Bildern arbeiten, weil diese uns den Alltag der Jugendlichen zeigen, aber die Jugendlichen damit auch viel über sich selbst erfahren.“ Ein Lob hat sie für alle Gewinner. Wenn man künstlerische Arbeit so definiere, dass sie anrühren, aber auch ärgern oder provozieren kann, „dann sind das hier alles Kunstwerke“.

Die Preisträger

Peter Ruhenstroth-Bauer, Staatssekretär im Bundesjugendministerium

NRW-Landesjugendministerin Ute Schäfer