DJF-VIPs: Heiner Blum

 

- Welche Erinnerung haben Sie an den DJF?

Nur die allerbesten! Der DJF war für mich eine große Motivationshilfe. Ganz wunderschön war ein mehrtägiger Workshop mit anderen Preisträgern in Berlin.

 

- Warum haben Sie angefangen zu fotografieren?

Das lässt sich relativ leicht erklären: Bis ich dreizehn war, habe ich sehr intensiv gemalt. Das Herstellen der Zeichnungen und Malereien dauerte länger und länger, und ich habe einen Weg gesucht, schneller zu Bildern zu kommen...

 


DJF-Preisträgerbilder 1978

 

- Wie kam es später zu Ihrer Entscheidung, Künstler zu werden?

Zunächst wollte ich Bildjournalist werden. Während meiner Ausbildungszeit in Kassel wurde jedoch die Neugier bezüglich anderer künstlerischer Ausdrucksformen geweckt, so dass ich nach dem Studium zunächst zweigleisig arbeitete und mich dann ganz auf künstlerische Projekte konzentrierte.

 

- Was macht für Sie ein gutes Bild aus?

Authentizität.

 

- Was kann ein Bild, was ein Text nicht kann (und umgekehrt)?

Damit beschäftige ich mich seit über zwanzig Jahren. Ich arbeite mit beiden Medien, und vor allem interessiert es mich, Texte wie Bilder zu nutzen.

 

- Ist die Diskussion darum, ob etwas "nur" Fotografie oder "schon" Kunst sei, heute
noch aktuell? Bzw. für Sie persönlich relevant?

Nach meiner Einschätzung nach behindert diese Diskussion die kulturelle Produktion enorm. Die Einschätzung, dass das Ziel jeder künstlerischen Produktion das Museum sein sollte, halte ich für antiquiert.

 

- Dass Sie heute zumeist als Konzeptkünstler bezeichnet werden, scheint im Gegensatz dazu zu stehen, wie Sie im DJF-Interview von 1987 Ihre eigene Arbeitsweise beschrieben haben: als intuitives Produzieren, bei dem man dem Bewusstsein immer ein paar Schritte voraus ist. Gab es da einen radikalen Bruch in Ihrer Entwicklung?

Ich selbst habe mich nie als Konzeptkünstler bezeichnet, ich vertraue mehr der Intuition als dem Kopf.

 

- Sie sind heute Professor an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Lässt sich ein "gutes Auge" überhaupt vermitteln?

Ich versuche den Studenten einen Zugang zu ihrem spezifischen künstlerischen Potential zu vermitteln, das hat mit allen anderen Körperorganen genau so viel wie mit dem Auge zu tun.

 

-Was würden Sie jmd heute raten, der/die (Foto-)KünstlerIn werden will?

Klassischerweise rät man da ja jedem ab, wenn Talent, Wille und Durchsetzungskraft groß genug sind, finden sich die Wege meist allein.

 


DJF-Preisträgerbilder 1979

 

Kurzbio/Selbstbeschreibung:

1959 geboren in Stuttgart
1977 Abitur in Frankfurt
1977 bis 1983 Studium "Visuelle Kommunikation" an der Gesamthochschule Kassel
seit 1981 freie künstlerische Produktionen. Zahlreiche Projekte in Galerien, Museen und im öffentlichen Raum.
1983 bis 1998 Fotografische Arbeiten für Magazine wie 'Art', 'Geo', 'Stern', 'Frankfurter Allgemeine Magazin'
seit 1997 Professur an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach am Main
Heiner Blum lebt in Offenbach am Main.

 

Weblink:

www.hfg-offenbach.de

 

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