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Die Fotoserie von Matthias Münz zeigt eine Amselfamilie in ihrem Nest und dokumentiert die Entwicklung des Nachwuchses. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man, daß sich diese kleine Naturidylle inmitten der kultivierten Zivilisation ereignet, in einem Balkonkasten; der ›romantische‹ Aspekt der vermeintlichen Naturbetrachtung gerät somit ins Wanken und die Künstlichkeit der Szenerie gewinnt Oberhand.
Matthias Münz spielt bewußt mit der Zwiespältigkeit dieser Beobachtung und bringt sie mit gestalterischen Mitteln subtil zum Ausdruck: während er durch die Wahl der frontalen Perspektive zuerst ein Eintauchen in das kleine Universum ermöglicht und eine dichte Atmosphäre schafft, bricht er diese sogleich wieder durch den Einsatz einer verfremdenden Blitzästhetik.
In ihrer Farbästhetik und kompositorischen Nüchternheit stellt die Serie ein Beispiel für zeitgenössische Fotografie dar.
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