1. Preis   André Wandslebe, 20 Jahre, Freital  
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Jury

Interview

 

Ein verhaltenes, ruhiges Selbstportrait, das nach vielen Seiten hin offen bleibt. Die Unsicherheit des Porträtierten, der zugleich auch der Fotograf ist, schwingt im Bild mit. Es ist keine fraglose Selbstinszenierung, sondern eine vorsichtige und kritische Betrachtung der eigenen Person und der Art, wie die Fotografie ein Bild von eben dieser Person vermittelt.
So bleibt das Format klein. Die Tonwerte suchen ebensowenig das Extreme wie der nur angedeutete Hintergrund. Dramatik gibt es nicht, das Bild lebt von Gesichtsausdruck und Haltung des Abgebildeten. Hier findet jeder Betrachter Raum für seinen persönliche Dialog mit dem Foto. Sich in einer ähnlichen Situation selbst wiederzuerkennen, ist beispielsweise genauso möglich, wie Überlegungen zum Moment der Aufnahme anzustellen. Was macht beispielsweise die andere noch abgebildete Person, welche Rolle spielt sie?
Unter den Einsendungen zum Deutschen Jugendfotopreis ist immer eine große Zahl von Arbeiten, die sich mit Menschendarstellungen oder Selbstportraits beschäftigen. Die Jury sieht in diesem Hauptpreis ein gelungenes Beispiel dieser Auseinandersetzung und möchte mit der Prämierung eines ›leisen‹ Bildes auch Andere in diese Richtung ermutigen.